Selbstständige Sächsin Schirin kämpft mit riesigem Schuldenberg: "Es fiel mir schwer, aufzustehen"
Weinböhla - Mit einem Geschäft selbstständig zu sein, geht immer mit einem gewissen Risiko einher. Das weiß auch Schirin Breiter (31), die im sächsischen Weinböhla voller Herzblut einen Geschenkeladen betreibt. Sie steckt tief in den Miesen, ihre Gesundheit leidet darunter - trotzdem gibt sie nicht auf.
Das "Vika Lädchen" samt Onlineshop und Paketshop gibt es seit gut einem Jahr in der Nähe von Dresden, doch die 31-Jährige war vorher bereits selbstständig. Das Geschäft in Radebeul musste sie allerdings aus finanziellen Gründen schließen.
Als es noch gut lief, gab es Zeiten, "da bin ich für 500 Euro shoppen gegangen jeden Monat", erzählt Schirin in der ZDF-Doku "37 Grad Leben". Die sind aber lange vorbei, denn mittlerweile sitzt die junge Frau auf einem Schuldenberg von mehr als 90.000 Euro.
Für den Laden in Radebeul mietete sie damals ein Haus. Als genau davor eine Großbaustelle aus dem Boden gestampft wurde und die Kunden wegblieben, nahm das Unglück seinen Lauf. Sie konnte irgendwann die Miete nicht mehr zahlen und musste raus, schaffte alles nur dank Familie, Freunden und Stammkunden.
Hinzu kamen hohe Rechnungen nach einem nicht selbst verschuldeten Unfall, 12.000 Euro aus Corona-Rückzahlungen, 20.000 Euro, die ein Investor zurückhaben wollte - das Geld rann nur so zwischen Schirins Fingern hindurch. Die ganze Situation nahm sie gesundheitlich sehr mit: "Es fiel mir schwer, aufzustehen."
Enorme Belastung bringt Schirin sogar kurz ins Krankenhaus
Auch heute noch gibt es Phasen, in denen Schirin nicht schlafen kann, weil sich ihre Gedanken oft um ihre Schulden drehen.
Im Sommer hat sie sich schließlich zu viel zugemutet, musste nach einem Zusammenbruch ins Krankenhaus. Obendrein kam die Sorge um ihren Papa Dietmar noch hinzu, der im Frühjahr "dem Tod von der Schippe gesprungen" ist. Er ist eine große Stütze in diesem Riesen-Dilemma.
Heute lebt die Sächsin von rund 1200 Euro im Monat. "Das reicht so für das Nötigste." Aber auch das geht irgendwie, sagt sie, man müsse sich eben über das eigene Konsumverhalten bewusst sein. "Du kannst nicht genauso leben wie vorher, du musst in deinem Leben etwas verändern."
Und trotz allem gibt Schirin nicht klein bei. Vor allem auf Social Media ist sie aktiv, um ihr Geschäft in Weinböhla am Laufen zu halten, bietet unter anderem Workshops, Events und Onlineshop-Aktionen an.
Sie will sich nicht ihr ganzes Leben von den Schulden diktieren lassen, aus diesem Strudel komme man noch schwerer heraus. "Das Leben ist nicht weniger wert, weil du Schulden hast und in Schwierigkeiten geraten bist. Am Ende kann uns das allen passieren."
Folge zwei von "37 Grad Leben: Knapp bei Kasse" mit dem Titel "Selbstständig am Limit" seht Ihr am Sonntagmorgen, um 9.03 Uhr, im ZDF. Wer sie verpasst hat, kann sie sich jederzeit als Stream in der Mediathek ansehen.
Titelfoto: ZDF/Sarah Storch

