Seit fast 26 Jahren spurlos verschwunden: Was geschah mit Sandra Wißmann?

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Berlin - Sie wollte nur noch schnell ein Geschenk für ihre Mutter kaufen – doch zu Hause kam Sandra Wißmann nie wieder an. Die damals zwölfjährige Berlinerin verschwand am 28. November 2000 spurlos. Nun hoffen die Ermittler auf einen entscheidenden Hinweis.

Sandra Wißmann kam 28. November 2000 nicht mehr nach Hause.
Sandra Wißmann kam 28. November 2000 nicht mehr nach Hause.  © Bundeskriminalamt

Am Nachmittag des 28. November 2000 machte sich Sandra auf den Weg zu einem Kaufhaus am Hermannplatz in Neukölln, um ein Geschenk für ihre Mutter zu kaufen. Eine Freundin will sie dort gegen 15 Uhr gesehen haben. Auch eine Verkäuferin konnte sich später an das Mädchen erinnern.

Anschließend ging die Zwölfjährige offenbar noch in einen nahe gelegenen Buchladen. Vermutlich suchte sie weiterhin nach einem passenden Geschenk für ihre Mutter. Die Verkäuferin beschrieb sie später als besonders höflich. Ein Buch kaufte Sandra allerdings nicht.

Gegen 16.40 Uhr soll sie von Schulfreundinnen am Kottbusser Damm gesehen worden sein. Von dort waren es nur noch wenige Hundert Meter bis zur Wohnung ihrer Familie.

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Seither fehlt von Sandra jede Spur. Fast 26 Jahre später wird ihr Fall nun in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY Ungelöst" erneut aufgegriffen. Die Berliner Ermittler hoffen, dass sich Zuschauer an wichtige Beobachtungen erinnern und damit endlich Licht in den mysteriösen Fall bringen.

Auch das Bundeskriminalamt (BKA) hat die Jugendliche in die Kampagne "Spurlos verschwunden" aufgenommen. Das Ziel: Hinweise sammeln und der Familie nach all den Jahren endlich Gewissheit verschaffen.

Mysteriöser Unbekannter lockte Mädchen mit Wasserwaage an

In der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ungelöst" sprach der Kriminalhauptkommissar über das Verschwinden von Sandra.
In der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ungelöst" sprach der Kriminalhauptkommissar über das Verschwinden von Sandra.  © Peter Kneffel/dpa

Die Ermittler gehen inzwischen davon aus, dass das Mädchen einem Kapitalverbrechen zum Opfer gefallen sein könnte. Eine Leiche wurde jedoch nie gefunden.

Nach ihrem Verschwinden startete eine großangelegte Suche. Polizisten und zahlreiche Helfer durchkämmten Keller, Dachböden, Höfe und Baustellen. Doch jede Spur verlief im Sand.

Im Zuge der Ermittlungen stießen die Beamten auf einen weiteren auffälligen Vorfall: Ein unbekannter Mann soll am Tag von Sandras Verschwinden versucht haben, ein 13-jähriges Mädchen anzusprechen und wegzulocken.

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Der Mann habe behauptet, Unterstützung beim Halten einer Wasserwaage zu benötigen. Die Jugendliche sollte ihn begleiten. Sie wurde jedoch misstrauisch und lehnte ab.

Bis heute konnte der Mann nicht identifiziert werden.

Kriminalhauptkommissar Holger Lietz, Leiter der 5. Mordkommission beim LKA Berlin, hält es für möglich, dass Sandra auf jemanden traf, der gezielt oder zufällig nach einem Opfer suchte und anschließend ihr Vertrauen gewann.

Besonders tragisch: Sandra galt als lebenslustig und aufgeschlossen. Genau diese offene Art könnte ihr zum Verhängnis geworden sein.

Polizei hofft auf entscheidende Hinweise

Die blaue Jacke und die schwarzen Stiefel trug Sandra am Tag ihres Verschwindens.
Die blaue Jacke und die schwarzen Stiefel trug Sandra am Tag ihres Verschwindens.  © Bundeskriminalamt

Zum Zeitpunkt ihres Verschwindens war Sandra zwölf Jahre alt, etwa 1,60 Meter groß und zierlich bis sportlich gebaut. Sie hatte braune Augen und lange, dunkelblonde Haare.

Bekleidet war sie mit einer schwarzen Jeans, einem dunkelbraun-bordeaux-schwarz gemusterten Pullover, einer blauen, halblangen Wintersteppjacke und schwarzen Stiefeln.

Wer damals im Bereich Kreuzberg verdächtige Personen oder ungewöhnliche Situationen beobachtet hat, wird gebeten, sich zu melden.

Hinweise nimmt die Polizei Berlin unter 030 4664-911500 entgegen.

Für Hinweise, die zur Aufklärung des Schicksals von Sandra Wißmann beitragen, wurde eine Belohnung von 5000 Euro ausgelobt.

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa; Bundeskriminalamt (Bildmontage)

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