Köln - Dieses Geschäft hat sich mal so richtig gelohnt: Eine "Bares für Rares"-Verkäuferin hat einen läppischen Wunschpreis, doch im Händlerraum überschlagen sich die Ereignisse.
Ohne große Erwartungen haben Ulla Gottschlich und ihr Sohn Martin aus Düsseldorf die Reise in die heiligen Trödelhallen des Pulheimer Walzwerks bei Köln angetreten.
Im Gepäck hat die frühere Kinderärztin eine Vase, die aus ihrer Familie stamme. Jedoch habe sie lange Zeit ein Schattendasein gefristet.
"Sodass ich dachte, ich bringe die mal hierhin und würde mich freuen, wenn Ihre Expertise darüber entsprechend gut ausfallen würde", erklärt die Düsseldorferin.
"Es handelt sich um ein sehr schönes Stück", findet Experte Colmar Schulte-Golz (53). Es sei eine "große, eine imposante Vase" mit einer ovoiden Form, die aus Feinsteinzeug hergestellt worden sei.
Gefertigt worden sei das Gefäß im Übrigen nicht in Japan, wie die Gestaltung hätte vermuten lassen können, sondern von der keramischen Werkstatt Herrsching.
"Diese Vase hat ihren Ursprung eigentlich in einer Zeit, in der man von München allgemein mit einer hohen Wertschätzung sprach", weiß der Sachverständige.
"Bares für Rares": Verkäuferin will gerade mal 100 Euro
Denn zu dieser Zeit habe die bayerische Landeshauptstadt eine unheimliche Anziehungskraft auf Künstler gehabt. Wie eben auf Clara Truëb, die diese Vase gestaltet habe.
Trotz alledem wäre die Düsseldorferin bereits mit 100 bis 120 Euro einverstanden.
Tatsächlich seien die Arbeiten allerdings selten und "sie werden vor allem museal auch geschätzt", weiß der 53-jährige Experte.
Und obwohl es kleine Abplatzungen gebe, schätze er die Vase auf 300 Euro.
Im Händlerraum überschlagen sich dann aber die Ereignisse - aus einem plausiblen Grund: Denn keiner der Protagonisten kennt sich mit der Manufaktur und ihren Preisen aus.
"Ich muss mich da rantasten, sage ich ganz ehrlich. Ich würde ganz gerne starten und jetzt nicht gleich beleidigt sein, und mich nicht schlagen, ich starte mit 300 Euro. Aber so richtig weiß ich nicht, wo es hingeht", erklärt Christian Vechtel (51).
Danach gehen die Angebote rasch in die Höhe. Erst als der 51-Jährige satte 700 Euro bietet, ist der Deal unter Dach und Fach.
"Ich finde die wunderschön, aber ich war schon von deinem Startgebot überrascht. Seitdem bin ich sprachlos", verrät Händler-Kollege David Suppes (38) im Nachhinein.
"Bares für Rares" läuft montags bis freitags ab 15.05 Uhr im ZDF oder bereits vorab in der Mediathek.