Weniger Pfunde, mehr Geld: Ruth Moschner schockiert Körper-Erfahrung im Showgeschäft
Hamburg - Es gibt ein Thema, das Ruth Moschner (50) schon ihr ganzes Leben lang begleitet: das Gewicht. Vor allem von anderen werde ihr Körper immer wieder beurteilt. Ein Thema, das sich sogar in ihrem Kontostand bemerkbar machte.
"In keiner Phase deines Lebens wurde dein Körper nicht beurteilt", spricht Moderatorin Ilka Petersen (49) die 50-Jährige im Gespräch bei "DAS! Rote Sofa" auf das ständige Beurteilen ihres Gewichts an.
"Es begleitet mich durch mein ganzes Leben", gesteht Moschner. So musste sie nach eigenen Angaben mit Erschrecken feststellen: "In den Phasen, in denen ich dünn war und Größe 34/36 hatte, habe ich die meisten Angebote bekommen und mehr Geld verdient", so die Moderatorin.
"Und die Firmen, die mich Jahre vorher noch als 'Presswurst' bezeichnet haben und mich nicht ausstatten wollten, haben dann angerufen und gefragt, ob ich ihre Klamotten tragen möchte." Eine Feststellung, welche Moschner bis heute als "sehr schockierend" empfindet.
Durch eine Ernährungsumstellung habe sie eben Körpergewicht verloren. "Und man wurde behandelt, als hätte man einen Weg für Weltfrieden gefunden. Und dabei bin ich nur ein paar Kilos losgeworden", erklärt sie kopfschüttelnd. Als anstrengend habe sie es nicht empfunden, die Kilos purzeln zu lassen.
Ruth Moschner übt Kritik: "Was steckt eigentlich hinter der Fassade?"
Dabei kritisiert Moschner vor allen Dingen auch, dass dünn sein auch gleichzeitig mit etwas Positivem assoziiert werde. "Obwohl wir gar nicht wissen: Was steckt eigentlich hinter der Fassade." So könne Gewichtsverlust schließlich auch die Folge einer Erkrankung sein, die alles andere als positiv ist.
Und nicht jedem falle es leicht, einfach so abzuspecken. "Immer mehr Leute sprechen darüber und sagen, wie sehr sie sich quälen oder worauf sie verzichten. Ich möchte am Ende meines Lebens auch nicht auf meinem Grabstein lesen: Mensch, die hat aber wahnsinnig gut auf Genuss verzichten können."
Moschner absolvierte eine Ausbildung als Gesundheitstrainerin, um sich auch wissenschaftlich mit ihrem Körper auseinanderzusetzen.
Seitdem ist sie nach eigenen Angaben vor allem dankbar darüber, was ihr Körper überhaupt alles leistet, ganz unabhängig von ihrem Gewicht.
Titelfoto: Christian Charisius/dpa

