Eckart von Hirschhausen macht Jagd auf "Deepfake-Mafia" und fordert härtere Gesetze

Von Jonas-Erik Schmidt

Berlin - Fernsehjournalist und Mediziner Eckart von Hirschhausen (58) warnt vor den Gefahren sogenannter Deepfakes für die Demokratie und fordert, schon ihre Herstellung unter Strafe zu stellen.

Eckart von Hirschhausen (58) wurde selbst schon Opfer von Deepfakes.  © Rolf Vennenbernd/dpa

"Wir stehen an einem historischen Punkt, an dem wir unseren eigenen Augen und Ohren nicht mehr trauen können", sagte der Berliner der Deutschen Presse-Agentur. "Deepfakes sind inzwischen so gut, dass selbst Fachleute sie kaum noch erkennen", warnte von Hirschhausen.

Wenn man aber nicht mehr wisse, was wahr ist und was gelogen, fehle die Grundlage für jede Form von Urteil. "Und damit gerät auch unser Miteinander, unsere Gesellschaft und unsere Demokratie ins Wanken", sagte von Hirschhausen.

Er halte es für "zwingend notwendig", schon die Herstellung von Deepfakes unter Strafe zu stellen. "Das machen wir doch beim Fälschen von Geldscheinen auch! Die darf ich auch nicht zum privaten Vergnügen mal so eben herstellen", sagte der Mediziner. "Es reicht nicht, erst dann zu reagieren, wenn der Schaden schon entstanden ist."

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Das englische Wort "Deepfake" steht für manipulierte Bild- oder Tondateien, die Menschen mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) erstellt haben. Fotos, Videos oder Töne sollen dabei authentisch wirken.

Von Hirschhausen selbst ist schon Opfer von Deepfakes geworden. Mit seinem Gesicht und seiner Stimme wurden täuschend echt wirkende KI-generierte Werbevideos erstellt, um Menschen zum Kauf vermeintlicher Gesundheitsprodukte zu verleiten.

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Eckart von Hirschhausen: Neue Doku über Deepfakes

Auf der Frankfurter Buchmesse im vergangenen Jahr sprach von Hirschhausen in einer Podiumsdiskussion über Deepfakes.  © Arne Dedert/dpa

In einer bald erscheinenden ARD/WDR-Dokumentation ("Hirschhausen und die Deepfake-Mafia", 4. Mai, 20.15 Uhr, Das Erste, ab 1. Mai in der ARD-Mediathek) beschäftigt er sich mit dem kriminellen System dahinter.

Von Hirschhausen sieht in Deutschland akuten Nachbesserungsbedarf.

"Meine Stimme und mein Gesicht gehören mir – und das muss auch im Digitalen gelten", sagte von Hirschhausen im Gespräch mit der dpa. Im Moment erlebe man aber, dass diese Rechte systematisch ausgehebelt würden.

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"Wenn wir diese Persönlichkeitsrechte nicht viel besser schützen, verlieren wir die Kontrolle über unsere eigene Identität, und ich weiß, wie sich das anfühlt. Absolut bedrohlich", sagte er. Nicht nur er, sondern auch viele Kolleginnen und Kollegen seien davon betroffen.

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