Hormon-Chaos bei den Elefanten: Halbstarker randaliert im Zoo

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Leipzig - Ein Pubertier zu sein, ist schon nicht leicht: Im Leipziger Zoo kämpft einer der Elefantenbullen gerade mit den Hormonen, hat sich manchmal nicht unter Kontrolle und wird sogar gewalttätig. Da sind viel gutes Zureden und vor allem Ablenkung gefragt.

Seit einigen Monaten lebt Edgar (10, r.) mit dem Elefantenjungen Akito (4) auf einer Anlage. Da kann es sicher auch mal hitzig werden, erst recht in seiner aktuellen Phase. (Archivbild)
Seit einigen Monaten lebt Edgar (10, r.) mit dem Elefantenjungen Akito (4) auf einer Anlage. Da kann es sicher auch mal hitzig werden, erst recht in seiner aktuellen Phase. (Archivbild)  © Facebook/Zoo Leipzig

Gerade zehn Jahre alt kommt der halbstarke Dickhäuter in die Pubertät und damit in die Musth. So wird der "hormonelle Höchstzustand bei Elefanten" bezeichnet, bei dem das "Testosteron zum Teil um 100 Prozent" ansteigt, erklärt Tierpfleger Richard Kurtze in der MDR-Doku "Elefant, Tiger & Co.".

Heißt im Klartext: Bei einem solchen Schub weiß Edgar gar nicht so recht, wohin mit seiner überschüssigen Kraft. Merkt man, er wirkt in seinem Innengehege etwas ungehalten.

Elefantenbullen dröhnt in dieser Phase häufig der Kopf und sie wollen nicht viel mit Artgenossen zu tun haben. Weitere Anzeichen bei Edgar sind die Schläfendrüsen, die die ganze Zeit Flüssigkeit absondern, und ein "dauerhaftes Urintröpfeln", wie Richard es bezeichnet.

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Der Elefant pullert sich quasi die ganze Zeit ein - und kann nichts dagegen tun. Kein Wunder also, dass er deutlich aggressiver als sonst auftritt und seine überschüssige Energie an Gegenständen oder vielleicht sogar anderen Dickhäutern auslässt.

"Man darf so einen Bullen in der Musth nie unterschätzen", warnt Richard. "Da kann es auch sein, dass er einfach mal angreift, da muss man sehr vorsichtig sein in dieser Phase (...) Wenn er keine lebenden Personen oder Tiere findet, werden eben Lkw-Reifen durch die Gegend geworfen."

"Elefant, Tiger & Co.": Edgar kämpft mit sich und dem Leben

Da war die Welt noch in Ordnung: Der damals vierjährige Edgar (r.) kam 2020 unter anderem mit seiner Mutter Kewa (2.v.r.) nach Leipzig. (Archivbild)
Da war die Welt noch in Ordnung: Der damals vierjährige Edgar (r.) kam 2020 unter anderem mit seiner Mutter Kewa (2.v.r.) nach Leipzig. (Archivbild)  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Genau einen solchen hat es tatsächlich in der Nacht zuvor auf der Außenanlage getroffen. Der Reifen habe laut Richard am Abend noch am Baumstamm gehangen, wurde jedoch von Edgar "abmontiert" und achtlos ins Badebecken geschleudert.

Man munkelt, dass Elefantenmänner besonders in dieser Lebensphase anderen Bullen imponieren und die Damen natürlich auch beeindrucken wollen. Der Mensch würde sagen: Schwanzvergleich.

Das Ganze kann sich über Wochen oder Monate hinziehen und ist für Elefanten in diesem Alter nicht einfach. Um Edgar die Zeit zu erleichtern, versucht Richard ihm so viel Ablenkung und natürlich auch Snacks wie möglich zu verschaffen.

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Tja, niemand hat gesagt, dass Erwachsenwerden leicht ist.

Folge 1201 von "Elefant, Tiger & Co." mit dem Titel "Probier's mal mit Gemütlichkeit" könnt Ihr jederzeit in der MDR-Mediathek anschauen.

Titelfoto: Facebook/Zoo Leipzig

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