Veras dramatische Zeit im Heim: "Wenn die weitergemacht hätte, wäre ich vielleicht an dem Tag gestorben"

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Mannheim - Zwei Protagonisten der RTLZWEI-Sozialdoku "Hartz und herzlich" sprechen über ihre von Gewalt und Demütigung geprägte Kindheit.

Vera (61) berichtet von ihrer dramatischen Heimvergangenheit.
Vera (61) berichtet von ihrer dramatischen Heimvergangenheit.  © RTLZWEI

Schon Veras (61) Mutter ist im Heim groß geworden und erst als Volljährige ausgezogen. "Dann wurde sie schwanger durch eine Vergewaltigung von meinem Vater, da bin ich entstanden."

Nach ihrer Geburt im Ludwigshafener St. Marien- und St. Annastiftskrankenhaus sei sie direkt ins dort ansässige Kinderheim gekommen – genau wie ihr zwei Jahre später geborener Bruder.

"Meine Mutter konnte mich nicht behalten, weil sie Vollzeit gearbeitet hat." Damals habe es keine Möglichkeit für Mütter gegeben, bezahlt zu Hause zu bleiben. "In den 60er-Jahren gab es kein Elterngeld."

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Vera und ihr Bruder seien im Heim "regelmäßig schwer misshandelt" worden. "Die Nonne hat mich am Arm durchs Zimmer geschleudert. Wenn die weitergemacht hätte, wäre ich vielleicht an dem Tag gestorben." Ihre Mutter, die im St. Annastift arbeitete, habe ihre damals vierjährige Tochter weinen gehört und die Nonne so stoppen können. "Die hat ihr den Schleier runtergerissen."

Auch nach dem Wechsel in ein Mannheimer Kinderheim seien die Torturen weitergegangen, wenn auch nicht in den Dimensionen, die es in Ludwigshafen angenommen hatte.

Hartz und herzlich: Beate und andere Heimkinder "mussten unsere Kotze fressen"

Auch Beate (58, l.) wurde misshandelt und gedemütigt.
Auch Beate (58, l.) wurde misshandelt und gedemütigt.  © RTLZWEI

Ihrer Mutter hatte Vera übel genommen, nach ihr noch ein zweites Kind bekommen zu haben, das sie ebenfalls ins Heim gab. Am Sterbebett der an Blasenkrebs verstorbenen Frau habe die heute 61-Jährige um Verzeihung gebeten.

Beate (58) lebte 20 Jahre im Heim. Zwar seien Gewalt und Demütigungen nicht so schlimm ausgefallen wie bei Vera. "Aber wir haben auch Schläge bekommen, mussten unsere Kotze fressen", berichtet sie.

Die gebürtige Berlinerin habe "Liebe erst kennengelernt, als ich in Beziehungen gegangen bin". Dort habe sie sich gewundert, von ihren Partnern nicht geschlagen zu werden. Sie kannte es einfach nicht anders.

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Neue Folgen "Hartz und herzlich" aus den Mannheimer Benz-Baracken seht Ihr montags bis freitags, ab 18.05 Uhr, bei RTLZWEI und jederzeit auf Abruf bei RTL+.

Titelfoto: RTLZWEI

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