Tabu-Thema! Diese Doku mit Neureuther und Bui soll helfen und wachrütteln

München - Es ist ein großes Tabuthema im Leistungssport, doch nun sollen ehrliche Worte und eindrucksvolle Aufnahmen auf genau dieses aufmerksam machen: Die ehemalige Biathlon-Weltmeisterin Miriam Neureuther (32) und die frühere Weltklasse-Turnerin Kim Bui (34), die unter einer Essstörung litt, wollen Augen öffnen.

Miriam Neureuther (32) berichtet in der Dokumentation "Hungern für Gold" über dunkle Stunden während ihrer erfolgreichen Karriere.
Miriam Neureuther (32) berichtet in der Dokumentation "Hungern für Gold" über dunkle Stunden während ihrer erfolgreichen Karriere.  © imago/Sven Simon

"Der Sport war mein Leben. Für ihn habe ich alles getan - auch Gewicht verloren", erklärt Neureuther laut einer ARD-Pressemitteilung vom Mittwoch in der Dokumentation "Hungern für Gold" des BR.

Die 32-Jährige hat gehungert, das durchlebt, was das System "leichter = besser" vielen abverlangt.

Die in Garmisch-Partenkirchen geborene Bayerin konnte noch unter ihrem Geburtsnamen Gössner zahlreiche Erfolge feiern, gewann als Aktive unter anderem zwei Staffel-Goldmedaillen bei Biathlon-Weltmeisterschaften und Silber mit der deutschen Langlaufmannschaft bei den Olympischen Spielen.

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Von einer schweren Verletzung lange ausgebremst hat sie ihr Essverhalten letztendlich hinterfragt. In einer Zeit, in der an Leistungssport nicht zu denken war, fand so ein fundamentales Umdenken statt.

Für den sportlichen Erfolg weiter die eigene Gesundheit aufs Spiel setzen? Neureuthers Prioritäten verschoben sich.

BR-Dokumentation "Hungern für Gold": Ex-Weltklasse-Turnerin Kim Bui beschreibt Weg in die Bulimie

Die ehemalige Weltklasse-Turnerin Kim Bui (34) litt an Bulimie.
Die ehemalige Weltklasse-Turnerin Kim Bui (34) litt an Bulimie.  © BR/Robert Grantner

Bui war gerade einmal 15 Jahre alt, als sie erstmals das Essen, das sie zu sich genommen hatte, wieder hervorwürgte. Es habe schlichtweg herausgemusst.

"Ich durfte einfach nicht zunehmen", schildert die gebürtige Tübingerin in der Dokumentation. Eine Trainerin habe sie in ihre Essstörung getrieben. Die Folge daraus: Sie übergab sich täglich mehrfach!

Ihre Bulimie sei lange unbehandelt geblieben. Erst als eine weitere Trainerin von dieser erfahren und sie anschließend zu einer Therapie geschickt habe, sei es gelungen, den Teufelskreis zu durchbrechen.

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Mit Betroffenen und Expertinnen sowie Experten wollen die beiden ehemaligen Sportlerinnen laut Mitteilung mit dem Film das eiserne Schweigen brechen, Systeme hinterfragen und Wege aus dem fatalen Kreislauf der Essstörungen heraus suchen.

Durch eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit und von jungen Menschen soll Gefährdeten sowie Betroffenen geholfen werden.

Die Dokumentation "Hungern für Gold" ist ab dem 27. Februar in der ARD Mediathek abrufbar und wird am 5. März im Anschluss an die Wintersportübertragungen ab circa 17 Uhr im Ersten sowie am 8. März ab 22 Uhr im BR zu sehen sein.

Titelfoto: BR/Robert Grantner

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