"Let's Dance"-Sieger Gabriel Kelly wurde mit acht Jahren aus der Schule genommen: "Dann hatte ich kein soziales Umfeld mehr!"

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Köln - Kein Klassenzimmer, keine festen Freunde, dafür ein Leben im Wohnmobil, Reisen durch Europa und jede Menge Basketball: Die Kindheit von "Let's Dance"-Sieger Gabriel Kelly (24) war alles andere als gewöhnlich. Im "Kölner Treff" hat der Musiker jetzt offen über diese Zeit gesprochen.

Gabriel Kelly (24) war am Freitagabend zu Gast beim "Kölner Treff" und sprach dort unter anderem über seine ungewöhnliche Kindheit und Jugend.
Gabriel Kelly (24) war am Freitagabend zu Gast beim "Kölner Treff" und sprach dort unter anderem über seine ungewöhnliche Kindheit und Jugend.  © WDR/Melanie Grande

"Meine Eltern haben mich früh aus der Schule genommen, ich war damals acht Jahre alt. Dann hatte ich kein soziales Umfeld mehr", erinnert sich der 24-Jährige.

Halt fand der Sohn von Angelo Kelly (44) zunächst nicht in der Musik, sondern im Sport. Egal, in welchem Land seine Familie gerade unterwegs war, Gabriel suchte sich den nächsten Basketballcourt und lernte auf diese Weise andere Kinder kennen.

"Das war dann meine Klasse", sagt er. Insbesondere, dass auf dem Platz Herkunft, Sprache oder Aussehen keine Rolle mehr spielen würden, habe ihm schon früh imponiert. Auch seine langen Haare, wegen derer er als Kind häufig für ein Mädchen gehalten wurde, waren dort plötzlich kein Thema. "Auf dem Basketballplatz war das total egal."

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So ungewöhnlich seine Kindheit klingt – im Rückblick empfindet Kelly sie vor allem als großes Privileg. Er sei seinen Eltern "sehr, sehr dankbar", dass sie ihn so früh aus der Schule genommen hätten. Gemeinsam mit seinen Geschwistern sei er dann täglich drei bis vier Stunden von seiner Mama unterrichtet worden. Danach hatte er frei - und konnte nach Lust und Laune die Welt entdecken.

"Das war eine Kindheit, in der ich sehr im Moment leben konnte", weiß er heute.

Mit zwölf bekam Gabriel Kelly einen Werkzeugkasten zum Geburtstag

An der Seite von Profitänzerin Malika Dzumaev (35) konnte sich der Musiker 2024 den Sieg bei "Let's Dance" holen.
An der Seite von Profitänzerin Malika Dzumaev (35) konnte sich der Musiker 2024 den Sieg bei "Let's Dance" holen.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Einige Jahre später wurde die Familie dann doch sesshaft. Als Gabriel etwa elf Jahre alt war, kauften seine Eltern ein heruntergekommenes Haus in Irland. Während die Familie dann eine Hälfte des Jahres auf Tournee verbrachte, um Geld zu verdienen, wurde in den zweiten sechs Monaten mit Hochdruck renoviert und saniert.

Er selbst sei dabei auch mächtig eingespannt worden, erinnert sich der Musiker zurück. So sehr sogar, dass er zum zwölften Geburtstag einen Werkzeugkasten geschenkt bekam. "Da denkst du im ersten Moment: 'Huch, was soll ich damit?'", erzählt der 24-Jährige.

Schon kurz darauf habe er so aber seine Liebe zum Handwerk entdeckt, besonders Holz und Möbelbau hätten es ihm angetan. "Ich liebe die Musik, ich brenne für Basketball - aber ich baue auch gern Stühle." Sollte er irgendwann mal keine Lust mehr auf die Musik haben, könne er sich sogar eine Tischler-Ausbildung vorstellen. "Das Leben ist so lang und man hat so viele Türen, die einem offen stehen", betont Kelly.

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Überhaupt will er mit einer offenen Einstellung durchs Leben gehen. Das habe er auf seinen vielen Reisen gelernt. "Wenn du selbst nicht offen bist, werden die Menschen in einem fremden Land dich auch nicht so herzlich aufnehmen und du wirst auch niemals dieses Land und die Leute verstehen können. Das hat sich sehr in mir verankert. Ich versuche, in jeglichen Bereichen offen zu sein und dazuzulernen."

Der "Kölner Treff" läuft freitags ab 22 Uhr im WDR. Wer die Ausgabe verpasst hat, kann diese aber auch in der ARD Mediathek nachschauen.

Titelfoto: WDR/Melanie Grande

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