Klimaforscher Mojib Latif fordert auf: An Menschenleben statt Wirtschaft denken

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Hamburg - Der Klimawandel ist in vollem Gang: Auch in Deutschland gab es Hitzerekorde und Trockenphasen. Klimaforscher und Meteorologe Mojib Latif (71) verdeutlichte in der "NDR Talk Show", was jetzt passieren muss, um Leben zu retten.

Laut dem Klimaforscher Mojib Latif (71) ist es höchste Zeit, die Menschen vor dem Klimawandel zu schützen. (Archivbild)
Laut dem Klimaforscher Mojib Latif (71) ist es höchste Zeit, die Menschen vor dem Klimawandel zu schützen. (Archivbild)  © Christian Charisius/dpa

Sobald es um die Wirtschaft gehe, würden immer alle hellhörig werden und zuhören. Das stört Latif: "Was ich eigentlich noch viel schlimmer finde, sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts 16.000 Hitzetote. Ich meine, das ist mit Geld nicht aufzuwiegen", stellte der Wissenschaftler klar.

Man müsse endlich damit anfangen, auch über solche Dinge nachzudenken und nicht nur über die Wirtschaft. Es gebe ein Sondervermögen für die Verteidigung und für die Infrastruktur: "Ich finde, wir brauchen ein Sondervermögen, um die Menschen vor dem Klimawandel zu schützen", so der Meteorologe.

Laut dem Klimaforscher könne das auch nicht warten, denn die Wahrscheinlichkeit sei sehr hoch, dass es im nächsten Jahr wieder Hitzeperioden geben werde.

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Ein Anfang wäre das Installieren von Klimaanlagen in Kindergärten, Pflegeheimen oder auch Krankenhäusern - dies würde schon einen Unterschied machen.

Klimaforscher ist sicher: "Wir haben noch alle Möglichkeiten"

Der Meteorologe denkt, dass es noch genügend Möglichkeiten gibt, um besser mit dem Klimawandel umzugehen. (Archivbild)
Der Meteorologe denkt, dass es noch genügend Möglichkeiten gibt, um besser mit dem Klimawandel umzugehen. (Archivbild)  © Franziska Spiecker/dpa

Doch wie kann jeder Einzelne seinen Wasserkonsum reduzieren? Jeder Mensch würde täglich 120 bis 130 Liter verbrauchen - das wäre nicht das Problem, so der Forscher.

Schwieriger werde es dann bei dem sogenannten "virtuellen Wasser". Darunter fallen etwa Kleidung und Lebensmittel. Teilweise kommen Produkte aus fernen Ländern, wo sehr viel Wasser dafür verbraucht werde.

Auch wenn man in Ländern Urlaub mache, die generell sehr wenig Wasser haben, "klauen wir den [Einheimischen] irgendwo das Wasser", erklärte Latif.

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Der Klimaforscher möchte den Zuschauern jedoch auch einen positiven Aspekt mit auf den Weg geben: "Wir sollten nicht so tun, als ob alles vorbei wäre, wir haben noch alle Möglichkeiten." Erneuerbare Energien würden im Überfluss zur Verfügung stehen.

Auch Geld spiele keine Rolle: "Es soll mir keiner erzählen, dass nicht genug Geld vorhanden ist, es ist nur falsch verteilt."

Sein Fazit zum Umgang mit dem Klimaschutz: "Trump weg, Putin weg und der Chinese Xi weg und es wird laufen", so Latif zuversichtlich.

Wer die Folge der "NDR Talk Show" vom Freitag verpasst hat, kann sie in der ARD-Mediathek anschauen.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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