"Let's Dance"-Profi bekommt nach Show-Sieg eine Nachricht: Seitdem setzt sie sich für Kinderdemenz ein
Hamburg - Bereits seit 15 Jahren setzt sich Melissa Ortiz Gomez (43) für mehr Aufmerksamkeit für NCL ein - eine seltene Krankheit, die als Kinderdemenz bekannt ist. Angefangen hat damals alles mit einer Nachricht nach ihrem Sieg bei "Let's Dance" im Jahr 2013.
"Ich war damals 'Let's Dance'-Gewinnerin und wurde dann von einer Stiftung angeschrieben und gefragt, ob ich mir vorstellen könnte für die etwas zu machen", so die Profitänzerin am Freitag in der "NDR Talk Show".
"Es fing an mit Tanzstunden, Tombola-Preisen, Moderationen hier und da. Und dann hatte ich das große Glück, die Familie kennenzulernen", erklärt Gomez und zeigt dabei auf Yvonne Marquard (44), die direkt neben ihr im Studio sitzt.
"Für mich war das von Anfang an klar, dass ich dazu mehr machen möchte", ergänzt die Tänzerin.
Und Marquard? Die Mutter von vier Kindern sei froh darüber, dass die Krankheit mithilfe der Profitänzerin durch ein prominentes Gesicht mehr Aufmerksamkeit bekomme.
So ist Sarah (19), die Tochter der 44-Jährigen, selbst von Kinderdemenz betroffen. Sowohl die Tänzerin als auch die betroffene Mutter setzen sich für die Forschung an der seltenen Krankheit ein. "Melissa ist eine Bekanntheit. So gucken die Leute noch mehr hin und Kinderdemenz bekommt mehr Gehör", erklärt Marquard den Nutzen der gemeinsamen Zusammenarbeit.
Bereits im Alter von fünf Jahren machten sich bei Marquards Tochter damals die ersten Symptome bemerkbar. "Sie konnte nicht mehr richtig sehen", so die Mutter. Zwei Jahre rannte die Familie mit der Tochter von Arzt zu Arzt - jedoch zunächst ohne Diagnose.
Kinderdemenz: Nur schätzungsweise 700 Betroffene in Deutschland
2016 dann die traurige Nachricht. "Als ich dann die richtige Diagnose bekam … das zog uns den Boden unter den Füßen weg. […] Wenn man Kinder hat, dann läuft schon ein Stück seines Herzens außerhalb des Körpers herum. Der Rest in mir drin ist in dem Moment zerstört worden."
Schließlich bedeute die Diagnose nach Aussage der 44-Jährigen: "Dein Kind wird sterben und du musst dabei zusehen. Man sagt ja auch der lange Abschied vom eigenen Kind. Und das tut weh - jeden einzelnen Tag." Inzwischen ist Sarah 19 Jahre alt. Ihre Familie unterstützt sie, wo sie nur kann.
Dennoch entwickelt die junge Frau nach Angaben ihrer Mutter immer mehr Ängste, verlernt das Laufen und verliert ihren Wortschatz.
"Aber sie selbst kommuniziert, dass sie möchte, dass die Forscher forschen und ihr helfen." Und auch Gomez schließt sich dem an: "Wir brauchen definitiv mehr Aufmerksamkeit und auch mehr Spenden", appelliert die Tänzerin. So sind in Deutschland nur rund 700 Kinder und Jugendliche von NCL betroffen. Weitere Forschung zu der Krankheit werde benötigt.
Wer die "NDR Talk Show" am Freitag verpasst hat, kann sie in der ARD-Mediathek anschauen.
Titelfoto: Screenshot/Instagram/melissaortizgomez

