Plötzliche Sendepause beim MDR: Diese ernste Nachricht steckt hinter der Funkstille
Magdeburg - Funkstille im Radio, schwarzer Bildschirm im Fernseher und auf der Website: Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) macht zwischenzeitlich Sendepause und zeigt somit, wie es schon bald permanent in Sachsen-Anhalt aussehen könnte.
Am Montag und Dienstag wurden einige Radiohörer sicherlich stutzig: Auf den Sendern vom MDR war für etwa sechs Sekunden nur Stille zu hören. Diese Sendepausen wiederholen sich über den Tag hinweg.
Auch während der TV-Nachrichtensendung "MDR Sachsen-Anhalt heute" war kurzzeitig nur ein schwarzer Bildschirm zu sehen. "Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Keinen MDR mehr in Sachsen-Anhalt? Und damit auch kein 'MDR Sachsen-Anhalt heute'? Das könnte passieren", sagte eine Stimme aus dem Off.
Auch auf der Website des Öffentlich-Rechtlichen werden News-Bilder lediglich durch schwarze Rechtecke ersetzt.
Was hat das zu bedeuten? Der Mitteldeutsche Rundfunk warnt mit der Aktion vor einer möglichen Alleinregierung der, vom Verfassungsschutz gesichert rechtsextremen, AfD in Sachsen-Anhalt.
AfD will MDR abschaffen - Rundfunkbeitrag wird trotzdem fällig
Der MDR ist derzeit "unfreiwillig Wahlkampfthema": Die Rechtsaußen-Partei kündigte nämlich in ihrem Wahlprogramm an, bei einer Regierung den Rundfunkstaatsvertrag kündigen zu wollen.
Würde also nach der Landtagswahl am 6. September tatsächlich die AfD allein regieren und zum Jahresende rechtmäßig den Vertrag kündigen, würde es gemäß der zweijährigen Kündigungsfrist ab dem 31.12.2028 keinen MDR mehr geben - inklusive aller Angebote von Film, Fernsehen, Radio und Online.
"Leidtragende wären die vielen Menschen, die die MDR-Angebote nutzen und schätzen", schreibt die Redaktion.
Den MDR würde es dann nur noch in Sachsen und Thüringen geben. Die Kündigung des Rundfunkstaatsvertrags würde auch die ARD, das ZDF und den Deutschlandfunk betreffen.
Den Rundfunkbeitrag müssten Sachsen-Anhalts Bürger - entgegen der Versprechungen der AfD - trotzdem noch zahlen.
Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

