Vier Spielfilme in diesem Jahr: Radebeuler Regisseurin erobert das Fernsehen

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Radebeul/Berlin - 2026 ist ihr Jahr! Nach den Komödien "Mensch Mutti", "Rosen und Reis" sowie "Plötzlich Schwester" kommt mit "Liebe braucht Meer" am kommenden Freitag (20.15 Uhr, Das Erste) der vierte Film von Christine Rogoll (47) ins Fernsehen. Die gebürtige Radebeulerin ist als Regisseurin gefragter denn je. Dennoch hat sie vor jeder Ausstrahlung Bammel, wie sie im TAG24-Interview verrät.

Christine Rogoll (47, l.) arbeitete für "Liebe braucht Meer" mit Schauspielerin Morgane Ferru (35) zusammen.
Christine Rogoll (47, l.) arbeitete für "Liebe braucht Meer" mit Schauspielerin Morgane Ferru (35) zusammen.  © ARD Degeto Film/Bantry Bay Productions GmbH/Christine Tamalet

"Ich bin sehr aufgeregt, weil, wie hat es ein Redakteur mal schön gesagt: 'Die Quote bestimmt unser Handeln.' Davon hängt eben auch ab, ob mein Telefon wieder klingelt oder nicht."

Im Mai dieses Jahres erlebte sie schon ein Auf und Ab der Gefühle. "Bei 'Mensch Mutti' hatten wir solide Quoten, bei 'Rosen und Reis' waren sie desaströs, aber beide Filme liefen innerhalb einer Woche. Dadurch hat es sich quasi ausgeglichen", erklärt sie lachend.

Damit ein Film Erfolg hat, kommt es auch auf eine gute Besetzung an. "Meist sollen die Hauptrollen möglichst bekannt besetzt werden." Das erhöhe den Einschaltimpuls. "Oft gibt es aber bereits Wünsche der Redaktion oder seitens der Produzenten. Alle Nebenrollen darf ich entscheiden, muss sie mir aber auch redaktionell abnehmen lassen."

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So verwundert es nicht, dass auch immer mal wieder der Dresdner Michael Berndt-Cananá (46) Rollen in ihren Filmen übernimmt. In "Mensch Mutti" spielte er den Bürgermeister, in "Plötzlich Schwester" einen Schlossbesitzer. Im Film "Ballonfieber", der gerade erst Premiere beim Festival des deutschen Films in Ludwigshafen feierte, taucht er als Rechtsanwalt auf.

"Ich bin so überzeugt von Michael, dass er eigentlich noch mehr im Fernsehen zu sehen sein müsste."

Rogoll: Andere Genre ja, aber kein Krimi

Bald wird auch ihr neuer Film "Ballonfieber" im ZDF ausgestrahlt.
Bald wird auch ihr neuer Film "Ballonfieber" im ZDF ausgestrahlt.  © Bavaria Fiction/ZDF/Gordon Muehle

Bisher macht die 47-Jährige mit Komödien von sich reden. Nach ihrem Debüt "Sachertorte" (2022, Prime Video) arbeitete sie mit Ralf Husmann (61, "Stromberg") - "einer der größten deutschen Autoren" - zusammen.

Das sei ein Geschenk gewesen. "So kam das Rad langsam ins Rollen. Jetzt bin ich so ein bisschen in der Komödie hängen geblieben. Aber ich hätte natürlich auch total Lust, auch ein Drama oder eine Serie zu inszenieren. Das Einzige, was ich nicht möchte, ist Krimi. Das ist nicht meins."

Die Frage nach dem Warum ist mit der Vorbereitung auf einen Film beantwortet: "An einem normalen Spielfilm arbeite ich in Summe ein halbes Jahr. Wenn ich mich dann ein halbes Jahr mit Krimi, Opfern und Tätern beschäftigen müsste, glaube ich, würde das meiner Seele nicht guttun."

Regisseur Detlev Buck war ihr Mentor

Am Set von "Bibi und Tina" gab Detlev Buck (63) nicht nur den Hauptdarstellerinnen Lina Larissa Strahl (28, r.) und Lisa Marie Koroll (28) wertvolle Tipps für die Arbeit.
Am Set von "Bibi und Tina" gab Detlev Buck (63) nicht nur den Hauptdarstellerinnen Lina Larissa Strahl (28, r.) und Lisa Marie Koroll (28) wertvolle Tipps für die Arbeit.  © dpa/Georg Wendt

Den Traum, Regisseurin zu werden, hatte die Berlinerin schon früh als Kind. Sie drehte mit einer Freundin bereits in der Schule Kurzfilme.

Nach dem Abitur wollte sie an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf studieren, doch "ich habe mich von den Professoren einschüchtern lassen. Sie meinten, man brauche für diesen Job Lebenserfahrung."

Also startete sie ein Praktikum. "Bei dem bin ich im Prinzip hängen geblieben." Nach drei Jahren in einer "Musikvideobude namens Doro, die damals ganz viele Musikvideos für VIVA und MTV gemacht hat, bin ich mit den Regisseuren als Regieassistentin zu neuen Produktionen weitergezogen".

So habe sie beispielsweise Detlev Buck (63, "Männerpension") und Sönke Wortmann (66, "Das Wunder von Bern") kennengelernt.

"Detlev Buck ist mein Mentor gewesen. Mit ihm habe ich ganz viele Filme gedreht, unter anderem die 'Bibi und Tina'-Reihe, wo ich dann schon wahnsinnig viel selber machen durfte. Bei 'Bibi und Tina – Tohuwabohu' habe ich dann sogar einen Co-Regie-Credit bekommen", erzählt sie stolz.

Titelfoto: ARD Degeto Film/Bantry Bay Productions GmbH/Christine Tamalet

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