Die DDR-Kittelschürze, die jeder Ossi kennt: Jetzt trägt sie sogar ein Talkshow-Moderator

Leipzig - Vor allem im Osten Deutschlands dürfte sie fast jeder noch kennen: die Dederon-Kittelschürze, meist getragen von Muttis und Omis im Haushalt oder eben auch bei der Arbeit im Betrieb. Weil eine Frau aus dem Erzgebirge sie noch immer herstellt, lässt es sich "Riverboat"-Moderator Matze Knop (51) nicht nehmen, mal hineinzuschlüpfen.

Fühlt sich offenbar ganz wohl in der Dederon-Schürze: "Riverboat"-Moderator Matze Knop (51).  © Bildmontage: IMAGO / STAR-MEDIA

Die in der einstigen DDR so beliebten Schürzen fand man damals wohl in fast jedem Haushalt und auch auf der Straße scheute sich keine Frau, sich öffentlich damit zu zeigen. "Man war immer gut angezogen", sagt Birgit Mädler (64) aus dem sächsischen Eibenstock, die die Kleidungsstücke heute noch verkauft.

Kunterbunt hängen sie im Hintergrund des Studios auf der Stange, ein blau geblümtes Exemplar ziert indes Knops Körper. Scheint ihm zu gefallen, behält er das gute Stück nämlich noch eine Weile an. "Das ist die klassische Schürze mit Knöpfen und Tasche", erklärt Birgit.

Für die Sächsin, die einen regelrechten Kult am Leben hält, wie es der Moderator ausdrückt, ist es die Talkshow-Premiere. Die Entscheidung, ins "Riverboat" zu kommen, fiel ihr offenbar nicht ganz leicht.

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Immerhin ist die Herstellung der Dederon-Schürzen lediglich ein Hobby für Birgit, die sonst als Bildungsreferentin tätig ist und sich für faire Arbeitsbedingungen in der Welt einsetzt.

Und so produzieren sie und ihre Helferin im Jahr "nur" circa 500 Schürzen in dem Betrieb, den einst ihre Eltern vor rund 70 Jahren gegründet haben.

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Birgit Mädler (64) aus dem sächsischen Eibenstock war in der Talkshow zu Gast.  © IMAGO / STAR-MEDIA

Feiert die Dederon-Schürze dank des Auftritts im Riverboat ihr Comeback?

Sie ist die Einzige, die die Schürzen heute noch mit dem Original-Material herstellt.  © Kristin Schmidt

"Wärt ihr gewappnet, wenn eine halbe Million von unseren Millionen Zuschauern bestellt?", fragt Knop grinsend. "Oder könnte das eine enge Nummer werden?"

"Es bekommt jeder seine Schürze - früher oder später", verspricht die Sächsin schmunzelnd. "Auf den Trabant musste man 18 Jahre warten zu DDR-Zeiten und die Schürze ist ein ähnlich rares Produkt", scherzt sie. "Wir geben uns schon Mühe."

Die Produktion erfolgt auch heute noch mit den Maschinen, die sie in der DDR benutzt haben. Mithilfe von Pappschnitten werden die Umrisse auf das synthetische Material aufgezeichnet und die Teile schließlich zusammengenäht. Für eine Schürze braucht Birgit circa 30 bis 45 Minuten.

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Das original Dederon wird heute noch im sächsischen Frankenberg hergestellt. Besonders viel Wert legt Birgit außerdem auf die Qualität bei der Herstellung. Das selbsterklärte Ziel, "dass so eine Schürze 20 Jahre hält", bringt ihr viel Applaus vom Publikum ein.

Die ganze "Riverboat"-Folge vom 6. November steht in der ARD-Mediathek zum Abruf bereit.

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