Leipzig - Nanu, was war denn da los? Das MDR-"Riverboat" startete am Freitagabend pünktlich, doch ein Sessel blieb überraschend leer. Reality-Star Hanka Rackwitz (57) verspätete sich, hatte dafür aber auch einen guten Grund.
"Sie ist noch nicht da, weil sie noch im Verkehr steckt und weil im Gasthof so viel los war, gleich wird sie zu uns stoßen", kündigte Moderator Klaus Brinkbäumer (59) zum Start an.
Rund 40 Minuten später schloss sich die gebürtige Dresdnerin der Runde dann ebenfalls an. "Ich musste noch einen Koch einarbeiten", erzählte sie. Erst dabei habe sie gemerkt, "wie furchtbar viele Handgriffe auf meiner Karte sind".
Und so habe die heutige Wirtin der Gaststätte "Zum Dorfkrug" in Freist (Sachsen-Anhalt) "leider die Zeit verbummelt". Na ja, kann ja mal passieren.
Früher hätte sie das vermutlich nicht so locker weggesteckt, immerhin litt sie rund 30 Jahre lang unter schlimmen Ängsten und Zwängen.
"Ich hatte immer eine merkwürdige Persönlichkeit. Ich war immer schon sehr allein, auch gerne allein, hab' so in meiner eigenen Welt gelebt", blickte sie offen und ehrlich auf ihr früheres Ich zurück. "Und dann kam die Wende."
In dieser Zeit sei ihr Vater früh gestorben, zur Existenzangst kamen eben die Zwänge und Ängste hinzu. "Das war sehr schlimm. Du hast jeden Tag zu 95 Prozent Todesangst. Vor Löffeln, vor Gläsern ... Ich habe auf nur noch vier Quadratmetern gelebt, ich hatte Angst vor Luft", beschrieb Hanka diese Zeit ihres Lebens.
Damals hatte sie sogar einen Betreuer und wäre beinahe entmündigt worden.
Hanka Rackwitz zieht im Riverboat Bilanz: "Das wahre Leben wollte mich nicht"
Und trotzdem war sie regelmäßig in verschiedenen TV-Formaten zu sehen, darunter "Big Brother", "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" oder "mieten, kaufen, wohnen", konnte ihre Probleme immer sehr gut verstecken.
In die Fernseh-Karriere sei sie irgendwie reingeschlittert und nicht wieder rausgekommen. "Das wahre Leben wollte mich immer nicht. Ich war zu anstrengend, ich passe in kein Team, ich bin hyperaktiv, ich bin immer zu viel", erinnerte sie sich. "Obwohl ich mich immer ganz cool finde, aber damit stehe ich meistens allein." Autsch.
Heute sagt sie über ihre immer mal wieder aufflammende Trash-Laufbahn: "Ich würde es gerne nicht machen, weil Fernsehen weder reich noch glücklich macht."
Dass es ihr gesundheitlich heute besser geht, hat sie einer 40 Wochen dauernden Therapie vor einigen Jahren zu verdanken. "Ich hab' gekämpft wie ein Löwe. Na ja, was heißt kämpfen, wenn du dir selbst egal bist? Wenn du nicht mehr weißt, was das Schöne im Leben ist. Das ganze Leben war voll mit negativen Impulsen, negativen Gedanken."
Die Kreativität, die die Krankheit sie gekostet hat, steckt sie nun in ihr neues Leben als Wirtin. Immerhin ein kleines Happy End.
Die komplette "Riverboat"-Sendung steht in der ARD-Mediathek zum Abruf bereit.