Unglaubliche Umstände: Mark Benecke war zu Besuch bei Mörder und saß auf dessen toter Frau
Leipzig - Einige der spannendsten Geschichten des Talkabends brachte Dr. Mark Benecke (56) mit ins MDR-Riverboat. Der durch viele TV-Auftritte bekannte Kriminalbiologe hatte Schauderhaftes im Gepäck.
"Ein Mann behauptete, dass seine Frau verschwunden sei, dass ein größerer Wagen kam, Leute rauskamen, seine Frau mitgefahren und durchgebrannt sei", berichtet der gebürtige Rosenheimer in der aktuellen Sendung.
Die Ermittler hegten damals schnell Zweifel an der sehr oberflächlichen und wenig detailreichen Geschichte des Hausbesitzers.
Weil Benecke immer "viel Krempel am Gürtel" habe und er von seinen Eltern gelernt hatte, sich damit nicht auf Möbel zu setzen, um diese nicht zu beschädigen, bot der Ehemann ihm eine im Wohnzimmer gemauerte Sichtabtrennung an.
"Später stellte sich heraus, dass er dort seine Frau eingemauert hatte", sagt Benecke. Früher oder später sei das Versteck aber ohnehin aufgeflogen, da die Leichenflüssigkeit irgendwann ausgetreten wäre, weiß der 56-Jährige.
Riverboat (MDR): Inhaftierter Mörder später freigesprochen
Und von noch einem spannenden Aspekt wusste Benecke zu berichten. Es war der vermeintliche Mord an der Chemnitzerin Magdalena Gierth, die 1953 tot in der Nähe von Offenburg (Baden-Württemberg) gefunden wurde.
"Sie war Anhalterin, ist mitgefahren", beginnt Moderatorin Kim Fisher (57) die Geschichte. Und wird vom Kriminalbiologen unterbrochen: "Sie war Sexarbeiterin, sie war keine Anhalterin. Das haben die Leute nur erzählt, weil es in Westdeutschland angeblich keine Sexarbeiterinnen gab."
Beim zweiten Geschlechtsverkehr mit Hans Hetzel stirbt sie. Angeblich wurde Magdalena von ihrem Freier zu Tode stranguliert, doch die Hautverfärbungen stammten von Ästen, auf denen die Leiche gelegen hatte.
Otto Prokop (†87), der wohl bekannteste Rechtsmediziner und Vorreiter der DDR-Forensik, hatte Tests durchgeführt und die Ergebnisse seiner westdeutschen Kollegen widerlegt. Dies führte zum Freispruch Hetzels. Denn: Die Chemnitzerin war offenbar an einer Herzmuskelentzündung gestorben, die aufgrund vieler illegaler Abtreibungen aufgetreten war, erinnert sich Mark Benecke.
Wer den Kriminalbiologen live sehen will, hat unter anderem am 6. Januar ("Blutspuren") und 7. Januar ("Insekten auf Leichen") in der Kongresshalle am Leipziger Zoo Gelegenheit dazu.
Die komplette "Riverboat"-Sendung steht in der ARD-Mediathek zum Abruf bereit.
Titelfoto: IMAGO / STAR-MEDIA

