Tanken wird immer teurer: Zocken uns die Ölkonzerne ab?
Dresden - Angesichts der aktuellen Ölkrise wird das Tanken immer teurer. Viele Menschen müssen sich inzwischen jede Fahrt genau überlegen. Die Mineralölkonzerne stehen dabei zunehmend in der Kritik, da die Preisentwicklung für Verbraucher oft schwer nachvollziehbar ist. In der MDR-Sendung "Fakt Ist!" aus Dresden vom 18. März 2026 steht deshalb eine zentrale Frage im Mittelpunkt: Wie kann verhindert werden, dass Tanken dauerhaft zum Luxus wird?
Die immer weiter steigenden Spritpreise haben massive Auswirkungen und das nicht nur für Pendler. Besonders betroffen sind Berufsgruppen, die täglich auf das Auto angewiesen sind.
Ein Beispiel ist Simone Schultze, die einen ambulanten Pflegedienst in Radeberg betreibt. In der Sendung schildert sie im Gespräch mit den Moderatoren, welche Folgen die hohen Kosten für ihren Arbeitsalltag haben.
Mit 15 Fahrzeugen entstehen ihrem Betrieb nach eigenen Angaben monatliche Mehrkosten von rund 600 Euro. Während es in anderen Bundesländern Zuschüsse oder Wegepauschalen für Fahrtkosten gibt, gehen sächsische Pflegedienste leer aus.
"Wir müssen alles selber erwirtschaften", erklärt Schultze. "Wir haben eigentlich keine Möglichkeit, irgendwo noch Geld herzuholen."
Schultze berichtet, dass ihr Dienst nur in Radeberg und den umliegenden Dörfern tätig ist. Zudem müsse jetzt genau geplant werden, welche Hausbesuche miteinander kombiniert werden können, um Fahrten zu sparen.
Wer ist schuld an den hohen Spritpreisen?
Eine einfache Antwort auf die Frage, wer denn nun eigentlich Schuld an den hohen Preisen hat, gibt es derweil nicht.
Sepp Müller (37,CDU), Vorsitzender der Arbeitsgruppe Energie, warnt davor, allein auf Steuersenkungen zu setzen.
Der Tankrabatt zu Beginn der Ukraine-Krise habe gezeigt, dass staatliche Entlastungen nicht immer bei den Verbrauchern ankommen, sondern teilweise die Gewinne der Mineralölkonzerne erhöhen.
Im Fokus der Kritik stehen daher vor allem die Mineralölkonzerne. Müller bemängelt, dass diese ihre Preispolitik nicht ausreichend transparent erklären können.
Verschiedene Fragen darüber könnten von den Vertretern nicht glaubhaft beantwortet werden, meint der Experte: "Das ist für uns Abzocke", so Müller.
Eine stärkere Kontrolle könnte hier Abhilfe schaffen: Eine Verschärfung des Kartellrechts soll künftig mehr Klarheit bringen und mögliche Wettbewerbsverstöße aufdecken.
Deutschland ist zu abhängig von fossilen Energieträgern
Ein grundlegendes Problem bleibt bestehen: Deutschland ist weiterhin stark von Öl und Gas abhängig.
Volker Quaschning (56), Professor für regenerative Energiesysteme, ist sicher: "Das einzige, was uns wirklich helfen würde, ist uns von dieser Abhängigkeit zu befreien." Eine klare und konsequente Strategie fehle in Deutschland bislang jedoch.
Die Sendung "Fakt Ist!" macht deutlich, wie stark steigende Spritpreise den Alltag vieler Menschen beeinflussen, von Pendlern bis hin zu sozialen Diensten. Die komplette Diskussion kann in der ARD-Mediathek angeschaut werden.
Titelfoto: Robert Michael/dpa

