"Musterbeispiel an Integration" wird ausgewiesen: Schiebt Deutschland die Falschen ab?

Stadtallendorf - Kaum ein Thema bewegt Deutschland so sehr wie die Migrationsdebatte. Journalist Paul Ronzheimer (40) trifft in seiner Doku über die Migrationswende auf einen jungen Mann, dessen Geschichte fassungslos macht. Schiebt Deutschland die Falschen ab?

Journalist Paul Ronzheimer (40) trifft in seiner Doku zum Thema "Migrationswende" auf einen jugendlichen Migranten mit einer bewegenden Geschichte.
Journalist Paul Ronzheimer (40) trifft in seiner Doku zum Thema "Migrationswende" auf einen jugendlichen Migranten mit einer bewegenden Geschichte.  © Christoph Köstlin/SAT.1/obs

Im hessischen Stadtallendorf trifft sich Ronzheimer mit dem 19-jährigen Sidad. Am Rande seines Fußballtrainings erzählt ihm der junge Mann, dass er abgeschoben werden soll - und das, obwohl er sich inzwischen ein Leben in Deutschland aufgebaut hat.

2017 floh Sidad mit seiner Familie aus dem Irak über Rumänien nach Deutschland, seit rund fünf Jahren lebt er hier nun gut integriert.

Nach seinem Schulabschluss hat Sidad einen Ausbildungsplatz an der Uniklinik in Marburg bekommen, hat sich einen Freundeskreis aufgebaut und einen festen Platz in seiner Fußballmannschaft erkämpft.

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Trainer Karl Heinz Jarosch beschreibt den 19-Jährigen als "ein Musterbeispiel an Integration". "Er lebt die Integration", so Jarosch gegenüber Ronzheimer - und doch soll Sidad abgeschoben werden.

Nachdem der gebürtige Iraker volljährig geworden ist, geriet Sidad in den Fokus der Behörden. Seine Papiere sollten nicht verlängert werden, im Zuge des Dublin-Verfahrens soll er also zurück nach Rumänien.

Doch Sidad hat Unterstützer in Stadtallendorf. Seine ehemalige Lehrerin Birgit Riegels reichte beim hessischen Landtag eine Petition ein, um Sidads Abschiebung zu stoppen. Nachdem Sidad tatsächlich kurzzeitig nach Rumänien ausgewiesen wird, erhält er eine legale Aufenthaltserlaubnis, damit er hier seine Ausbildung antreten kann.

Syrische Großfamilie begeht Hunderte Straftaten und darf dennoch bleiben

Währenddessen lebte in Stuttgart bis vor Kurzem noch eine syrische Großfamilie, die über Hunderte Straftaten beging, darunter auch versuchter Totschlag. Drei der Familienmitglieder sitzen in Baden-Württemberg noch immer hinter Gittern.

Dass die Familie inzwischen Deutschland verlassen hat, ist nur auf die Arbeit des Sonderstabs "Gefährliche Ausländer" zurückzuführen. Letztendlich verließen sie die Bundesrepublik freiwillig, nachdem sie jahrelang nicht nach Syrien abgeschoben werden konnten.

Welche unglaublichen Schicksale Paul Ronzheimer noch erfährt und was Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (55, CSU) zum Thema Migrationspolitik zu sagen hat, seht Ihr ab sofort bei Joyn.

Titelfoto: Christoph Köstlin/SAT.1/obs

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