"Tatort"-Star in neuer KiKA-Reihe: "Die Bezahlung ist verbesserungswürdig!"

Berlin - Auch die bekanntesten Persönlichkeiten der Weltgeschichte haben klein angefangen. Die KiKA-Reihe "Mein Traum, meine Geschichte" erzählt von acht Kindern, die später einmal weltberühmt wurden. In der neuen Folge am Sonntag geht es um Margarete Steiff (1847-1909), die den Teddy mit dem Knopf im Ohr erfunden hat.

Tessa Mittelstaedt (49) erklärt, was die Herausforderungen ihrer Rolle waren.
Tessa Mittelstaedt (49) erklärt, was die Herausforderungen ihrer Rolle waren.  © imago/Future Image

Bei solchen TV-Produktionen stehen die Kinder im Mittelpunkt. "Die Erwachsenen sind die 'Supporting Acts', also unterstützende Nebendarsteller, erklärt Tessa Mittelstaedt (49, "Tatort", "Morden im Norden") im TAG24-Interview.

Die Schauspielerin ist als Mutter der Kuscheltier-Erfinderin zu sehen. "Und leider ist die Bezahlung definitiv verbesserungswürdig!", bemängelt sie.

Dabei steckt so viel Potenzial in solchen Produktionen: "Ich halte es da wie mein ehemaliger Intendant: Kinder sind die nachwachsenden Zuschauer, sowohl für Film als auch fürs Theater, daher für diese nur die besten Schauspieler und beste Qualität. Die Sender sollten viel mehr Geld für dieses Zukunftsinvestment in die Hand nehmen."

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Nur so kann man das Publikum auch zukünftig für sich gewinnen.

Schwieriges Verhältnis von Mutter und Tochter

Mutter und Tochter geraten immer wieder aneinander.
Mutter und Tochter geraten immer wieder aneinander.  © SWR/LOOKSfilm/Steffen Junghans

Für Tessa Mittelstaedt war Margarete Steiff keine Unbekannte. "Als Kind hatte ich Steiff-Kuscheltiere und meine Eltern haben mir von ihr erzählt", sagt die Schauspielerin.

Also war ihr die Geschichte der Frau, die ein Kuscheltier-Imperium aufbaute, nicht völlig neu. "Entfallen war mir über die Zeit ihre Polio-Erkrankung und der Rollstuhl als Konsequenz." Umso größer sei ihre spätere Errungenschaft.

Der 25-minütige Film zeigt, wie sich die junge Margarete Steiff - eindrucksvoll gespielt von Martha Haberland (15) - trotz ihrer körperlichen Behinderung nicht einschränken lassen wollte.

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Sehr zum Leidwesen ihrer Mutter Maria (Mittelstaedt): "So, wie ich die Beziehung verstehe, hatten die beiden kein leichtes Verhältnis. Maria war stets in Sorge um ihre Gret, die ihr durch ihre Krankheit mehr Aufmerksamkeit und Pflege abverlangte als ihre anderen Kinder", schildert Tessa Mittelstaedt die Hintergründe.

"Und demgegenüber die freiheitsliebende, aufbegehrende Margarete, die einfach nur ein normales Kind sein wollte, der man/frau zutraute, vollwertig zu sein, trotz ihrer Lähmung und ihres Rollstuhls."

Martha Haberland (15, r.) spielt die junge Margarete Steiff (1847-1909).
Martha Haberland (15, r.) spielt die junge Margarete Steiff (1847-1909).  © SWR/LOOKSfilm/Christian Koch/Steiff Museum Giengen

Keine Tipps nötig

Beim Spielen von Maria hat die Mimin deshalb auf eines besonders geachtet: "Ich wollte ihre Strenge menschlich nachvollziehbar machen, die beschwerliche Situation der Frauen und Mütter um 1850 durchscheinen lassen: die Sorge um die Kinder, die Sorge ums Durchbringen der Familie, Haushalt und Gesundheit, die Angst, eines ihrer Kinder zu verlieren."

Bemerkenswert anzusehen ist die Nachwuchsschauspielerin Martha Haberland in ihrer Rolle. Tessa Mittelstaedt beschreibt die Zusammenarbeit als "sehr freudvoll. Sie war klar in ihren Haltungen als Margarete und sehr professionell. Ganz meine Tochter eben", erzählt sie lachend.

Tipps brauchte die erfahrene Darstellerin ihrer jungen Kollegin nicht geben: "Sie war bestens vorbereitet, nicht zuletzt durch Regie und ihren Papa", Oliver Betke (57), der ebenfalls Schauspieler ist.

"Mein Traum, meine Geschichte" läuft sonntags um 19.25 Uhr im KiKA. Alle Folgen der Reihe sind der Mediathek des Senders bereits abrufbar.

Titelfoto: Montage: IMAGO/Future Image; SWR/LOOKSfilm/Christian Koch/Steiff Museum Giengen

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