Magdeburg - Was ist bloß in Sachsen-Anhalt los? Dieser Frage ist YouTuber Alexander Prinz (32), besser bekannt als "Der Dunkle Parabelritter", nachgegangen. Für eine neue ZDF-Dokumentation reiste er durch seine Heimat und traf Menschen mit unterschiedlichen Geschichten.
In der zweiteiligen Doku "Heimweh - Sachsen-Anhalt mit Alexander Prinz" geht es vor allem darum, wie die Menschen auf ihre Heimat blicken und welche Zukunft sie dort sehen.
Auch die Landtagswahl vom 6. September und der deutliche Sieg der AfD spielen dabei eine Rolle.
Einer seiner Gesprächspartner ist Hanka Rackwitz (57), die unter anderem aus dem Dschungelcamp bekannt ist. Die ehemalige TV-Darstellerin betreibt inzwischen einen Gasthof in Freist (Landkreis Mansfeld-Südharz).
Dort erzählt sie Prinz, dass sie sich noch immer stark mit der DDR verbunden fühlt. Sogar bei der Frage nach ihrer Staatsangehörigkeit schreibe sie bis heute "DDR" in entsprechende Formulare.
Doch vermisst sie das Land tatsächlich noch immer? "Ja, sehr stark", antwortet Rackwitz. Besonders der damalige Zusammenhalt der Menschen sei ihr in Erinnerung geblieben.
Die Politik der DDR bezeichnet sie zwar als "mega scheiße", doch das damalige Gemeinschaftsgefühl habe sie in ihrem heutigen Dorf wiedergefunden.
Junger Aktivist berichtet von Morddrohungen
Doch nicht bei allen Begegnungen geht es um schöne Erinnerungen und Zusammenhalt. In Bad Dürrenberg (Saalekreis) trifft Prinz auf den 17-jährigen Max Schneller, der sich gegen Rechtsextremismus engagiert.
Der Jugendliche hatte sich bei einer Querdenker-Demonstration gegen rechtsextreme Ansichten ausgesprochen. Ein Video seiner Rede ging anschließend im Internet viral.
Sein Auftritt hatte allerdings Folgen. Max erhielt sogar Morddrohungen. Die Polizei habe ihm deshalb zeitweise geraten, nicht zu Hause zu schlafen.
Trotzdem will der Jugendliche weiter für seine Überzeugungen einstehen und Sachsen-Anhalt nicht aufgeben.
Auch Prinz, der selbst etwa 700.000 Abonnenten auf YouTube zählt, beschäftigt sich während seiner Reise immer wieder mit der Frage, ob er seine Heimat verlassen sollte. Seine Antwort fällt eindeutig aus: "Auf keinen Fall."
Die beiden jeweils rund 45 Minuten langen Folgen "Identität" und "Perspektive" sind bereits in der ZDF-Mediathek sowie auf YouTube abrufbar und werden in der Nacht zu Donnerstag (29. Oktober) ab 1.15 Uhr im ZDF ausgestrahlt.