Warum das 5:0 gegen Aufbaugegner Hamburg für RB Leipzig ein trügerisches Ergebnis ist

Leipzig - Ein wichtiger Sieg für RB Leipzig! Die Sachsen haben das Bundesliga-Spiel am Sonntagnachmittag deutlich mit 5:0 gegen den Hamburger SV gewinnen können. Eine extrem schwierige Woche mit einem 1:3 in Bremen und einem 1:4 in der Champions League gegen Como geht damit positiv zu Ende. Doch der Schein trügt.

Der Luftballon ist wieder da! Christopher Nkunku (28) durfte den ersten Treffer nach seiner Rückkehr zu RB Leipzig bejubeln.  © Jan Woitas/dpa

Denn rein vom Ergebnis her wirkt der Auftritt gegen den HSV zwar wie ein Befreiungsschlag. Von "überzeugend" war das Team von Trainer Martin Demichelis (45) aber noch ganz weit weg.

Eher die Gäste hatten einen großen Anteil daran, dass die Spieler von RB am Ende mit einem breiten Grinsen vor dem eigenen Anhang stehen konnten.

Kaum Durchschlagskraft und viele Fehler in der Abwehr luden die Roten Bullen quasi ein, Tore zu schießen. Insbesondere die drei Treffer in fünf Minuten im zweiten Durchgang waren exemplarisch dafür.

Sehr spannend, darüber nachzudenken, was passiert wäre, wenn die Rasenballer mit einem formstarken Gegner in der Red Bull Arena konfrontiert worden wären. Denn die Hausherren waren in ihren Aktionen keinesfalls sattelfest, machten selbst extrem viele Fehler schon im Aufbau und wussten gerade im letzten Drittel häufig wenig mit dem Ball anzufangen.

"Gewinnen im Fußball ist immer wichtig. Das war im richtigen Moment eine gute Reaktion der Jungs. Gott sei Dank hat die Mannschaft heute eine gute Leistung gehabt", so die erleichterten Worte von Coach Demichelis auf der Pressekonferenz nach der Partie.

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Lange Zeit war Romulo (24) verletzungsbedingt raus. Kaum wieder da traf der Brasilianer zum 5:0-Endstand.  © PICTURE POINT / S. Sonntag

RB Leipzig hat eine Woche Zeit an sich zu arbeiten

Konnte am Sonntag nach dem 5:0 ein kleines bisschen aufatmen: RB Leipzigs Trainer Martin Demichelis (45).  © Jan Woitas/dpa

Für die Roten Bullen muss es jetzt darum gehen, das Ergebnis richtig einzuordnen. Denn auch wenn sich Sportgeschäftsführer Marcel Schäfer (42) unter der Woche schützend hinter den Trainer stellte, bleibt der Druck weiter hoch. Dass noch nicht alle Rädchen ineinander greifen, ist auch am Sonntag deutlich geworden.

Jetzt haben die Sachsen wieder eine volle Woche Zeit, um weiter an den Feinheiten zu arbeiten. Am kommenden Sonntag beim Auswärtsspiel in Leverkusen wird es dann vermutlich ein ganz anderes Spiel werden.

Demichelis: "Wir müssen zeigen: Was für eine Mannschaft sind wir hier daheim, was für eine Mannschaft auswärts? Es kann ja nicht sein, dass wir hier acht Tore schießen und auswärts sieben kassieren. Wie eine Mannschaft mit zwei Gesichtern."

Tabelle 1. Bundesliga

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 SC Freiburg 3 10:1 9
2 Borussia Dortmund 3 8:2 9
3 FC Augsburg 3 9:3 7
4 FC Bayern München 3 7:2 7
5 RB Leipzig 3 9:3 6
6 SV 07 Elversberg 3 8:7 6
7 Bayer 04 Leverkusen 3 8:5 4
8 1. FSV Mainz 05 3 6:3 4
9 Eintracht Frankfurt 3 7:8 4
10 SV Werder Bremen 3 5:6 4
11 FC Schalke 04 3 3:4 4
12 1. FC Köln 3 5:7 4
13 TSG 1899 Hoffenheim 3 6:7 3
14 VfB Stuttgart 3 6:8 3
15 SC Paderborn 07 3 0:4 1
16 1. FC Union Berlin 3 4:10 1
17 Borussia Mönchengladbach 3 3:12 0
18 Hamburger SV 3 0:12 0

Die Tabelle der Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Deutscher Meister. Wer auf den Rängen 17 und 18 steht, steigt in die 2. Bundesliga ab. Der drittletzte Platz (Position 16) darf in der sogenannten Relegation um den Klassenerhalt spielen. Der Gegner ist der Drittplatzierte der 2. Bundesliga.