Cyberangriff auf Uni-Kliniken: Wie viele Patientendaten wurden geklaut?

Von Tatjana Bojic

Ulm/Freiburg/Heidelberg/Tübingen - Nach einem massiven Cyberangriff auf vier Uni-Kliniken in Baden-Württemberg hat der dabei attackierte externe Dienstleister Unimed sein Bedauern ausgedrückt.

Die Angreifer konnten abgewehrt werden. Doch zuvor konnten sie Tausende Daten klauen. (Symbolbild)  © Sina Schuldt/dpa

Man nehme den Vorfall sehr ernst und sei sich möglicher Auswirkungen auf Kunden und Patienten bewusst, teilte das Unternehmen mit Sitz im Saarland mit.

Schon kurz nach der Attacke Mitte April sei der Unimed-Abrechnungsservice wieder uneingeschränkt arbeitsfähig gewesen. Ob es einen Erpressungsversuch seitens der Hacker gegeben hatte, sagte der Sprecher nicht.

Man gehe davon aus, dass die Angreifer eigentlich die komplette Verschlüsselung des Systems vorhatten. Das habe nicht verwirklicht werden können.

Baden-Württemberg Nach tödlichem Badeunfall: Schwimmkurse für Studierende

Bevor die Angreifer abgewehrt werden konnten, seien die Daten jedoch abgeflossen. Betroffen sind Angaben eines Unimed-Sprechers zufolge ausschließlich Privatpatienten und Selbstzahler.

Anzeige

72.000 Patientendaten geklaut

Mehr als 72.000 Patientendaten wurden bei dem Cyberangriff gestohlen. (Symbolbild)  © Sebastian Kahnert/dpa

Über die Cyberattacke hatten die betroffenen Uni-Kliniken Freiburg, Ulm, Heidelberg und Tübingen am Donnerstag informiert. Demzufolge waren mehr als 72.000 Patientendaten entwendet worden.

Am stärksten war die Uni-Klinik Freiburg betroffen, wo Stammdaten von rund 54.000 Menschen mit Name, Geburtsdatum und Adresse gestohlen und in rund 900 Fällen auch Rechnungsdaten entwendet wurden.

Daraus können Informationen zu Diagnose und Behandlungsart hervorgehen. In Heidelberg wurden rund 11.000 Daten gestohlen. Ulm und Tübingen kamen glimpflicher davon.

Baden-Württemberg So voll wird es zu Pfingsten auf den Straßen und an Flughäfen

Unimed rechnet nach Worten des Sprechers bundesweit für Kliniken Leistungen bei Patientinnen und Patienten mit privater oder wahlärztlicher Leistung ab.

Ob auch andere Kliniken in Deutschland vom Datenklau betroffen waren, wollte der Sprecher nicht kommentieren.

Mehr zum Thema Baden-Württemberg: