Handyblitzer auch bald im Südwesten? Das plant das Land

Von David Nau und Martin Oversohl

Stuttgart - Mal kurz während der Fahrt aufs Handy geschaut: Das kann im Straßenverkehr schnell teuer werden - und sehr gefährlich. Nach Angaben des baden-württembergischen Innenministeriums war Ablenkung am Steuer die Ursache für knapp ein Zehntel aller tödlichen Unfälle im Südwesten.

Zahlreiche schwere Unfälle passieren aufgrund einer Ablenkung, etwa durch ein Smartphone am Steuer. (Symbolfoto)  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Mit sogenannten Handyblitzern könnte die Polizei in Baden-Württemberg bald ein neues Hilfsmittel bekommen, um Handysünder zu erwischen. Im Koalitionsvertrag von Grünen und CDU haben beide Parteien verabredet, dass der Einsatz der Technik geprüft werden soll.

Einer Sprecherin des Innenministeriums zufolge soll dabei auch geschaut werden, welche rechtlichen Grundlagen nötig wären, um die Technik im Südwesten einzusetzen.

Im Nachbarbundesland Rheinland-Pfalz werden die sogenannten Monocams bereits eingesetzt. Dort gibt es seit März 2025 eine Rechtsgrundlage für die Handyblitzer. Die Kamera filmt passierende Autofahrer von erhöhten Positionen wie etwa Autobahnbrücken. Schilder am Straßenrand weisen darauf hin.

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Erkennt die künstliche Intelligenz des Systems ein Handy in der Hand, wird ein Foto gespeichert. Polizisten überprüfen später, ob tatsächlich eine illegale Handynutzung vorliegt. Ist keine Smartphone-Nutzung zu erkennen, werden die Daten gelöscht.

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Wann kommen die Blitzer?

Die Blitzer wurden bereits in Rheinland-Pfalz erfolgreich getestet. (Archivfoto)  © Harald Tittel/dpa

Bei einem ersten Test des niederländischen Systems 2022 waren laut rheinland-pfälzischem Innenministerium innerhalb von 90 Tagen mehr als 1200 Autofahrende auf Autobahnen in Mainz und Trier festgestellt worden, die ein mobiles Gerät in der Hand hatten. Das Bundesland erhofft sich durch die Technik eine abschreckende Wirkung.

Im Südwesten wurden die Kameras bislang noch nicht getestet, so die Sprecherin des Innenministeriums. Und allzu schnell müssen Autofahrer mit den neuen Blitzern offenbar auch nicht rechnen.

"Ein genauer Zeithorizont, bis wann die Prüfung abgeschlossen sein wird, kann noch nicht beziffert werden", teilte die Sprecherin mit.

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Wer mit dem Handy am Steuer erwischt wird, muss in Deutschland mit einem Bußgeld von mindestens 100 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. Gefährdet der Fahrer dabei andere Verkehrsteilnehmer, erhöht sich das Bußgeld auf 150 Euro; bei einer Sachbeschädigung auf 200 Euro. In beiden Fällen kommen zwei Punkte sowie ein einmonatiges Fahrverbot hinzu.

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