Von David Nau
Stuttgart - Neuer Ministerpräsident, neues Wahlrecht, neue Parteien im Landtag? Bei der Landtagswahl am 8. März geht es im Südwesten um viel. Ein Überblick über die wichtigsten Fragen und Antworten.
Was wird gewählt?
Die Wählerinnen und Wähler bestimmen mit ihren zwei Kreuzen auf dem Wahlzettel die Zusammensetzung des Landtags in der 18. Wahlperiode. Diese dauert fünf Jahre und geht regulär von 2026 bis 2031.
Im derzeitigen Landtag sind die Grünen deutlich stärkste Kraft, sie stellen 57 von 154 Abgeordneten.
Die CDU-Fraktion besteht aus 43 Parlamentariern. SPD und FDP haben je 18 Abgeordnete, die AfD 17. Ein Parlamentarier ist laut Landtag fraktionslos.
Was wird nicht gewählt?
Der neue Regierungschef. Wer der nächste Ministerpräsident von Baden-Württemberg wird, bestimmen die Wählerinnen und Wähler bei der Landtagswahl nur indirekt. Der Regierungschef wird nämlich nicht direkt vom Volk gewählt, sondern vom Landtag.
Wer der nächste Chef in der Villa Reitzenstein wird, hängt deswegen aber trotzdem davon ab, wer im Landtag die meisten Stimmen auf sich vereint und welche Koalitionen nach der Wahl gebildet werden.
Chancen auf den Posten haben derzeit nur CDU-Landeschef Manuel Hagel (37) und Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir (60). Die SPD geht mit Landes- und Fraktionschef Andreas Stoch (56) ins Rennen, die FDP-Landesliste führt Landes- und Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke (64) an.
Die AfD tritt mit dem Bundestagsabgeordneten Markus Frohnmaier (34) an. Er würde nur nach Baden-Württemberg wechseln, wenn er Ministerpräsident würde - was aber so gut wie ausgeschlossen ist.
Wer darf wählen?
Wahlberechtigt sind bei der Landtagswahl nach Schätzung des Statistischen Landesamtes rund 7,7 Millionen Menschen. Teilnehmen dürfen deutsche Staatsbürger, die am Wahltag mindestens 16 Jahre alt sind und seit mindestens drei Monaten ihren Hauptwohnsitz in Baden-Württemberg haben.
Neu ist: Bislang durften Jugendliche erst ab 18 Jahren mitwählen. Wegen einer Änderung des Wahlrechts dürfen nun auch 16-Jährige und 17-Jährige abstimmen.
Wie wird gewählt?
Bei der Wahl am 8. März 2026 können die Wählerinnen und Wähler wegen einer Änderung des Wahlrechts erstmals zwei Kreuze verteilen - statt wie bislang nur ein Kreuz.
Die Wahl funktioniert nun ähnlich wie die Wahl auf Bundesebene: Mit der Erststimme wählen die Stimmberechtigten einen Wahlkreisabgeordneten, der sie im neuen Landtag vertreten soll.
Mit der Zweitstimme wird die Landesliste einer Partei gewählt. Diese Stimme entscheidet am Ende darüber, wie viele Sitze eine Partei im neuen Landtag bekommt - und ist deswegen auch die wichtigere, entscheidet sie doch über die Machtverteilung im Parlament.
Was sind die wichtigen Themen?
Das wichtigste Thema für die Menschen ist Umfragen zufolge weiterhin die Zuwanderung - allerdings geht die Bedeutung des Themas langsam zurück. Wichtig sind den Wahlberechtigten auch Fragen zu Bildung, Schule und Ausbildung sowie das Thema Wirtschaft, das angesichts zahlreicher Krisenmeldungen aus der für das Land so wichtigen Autoindustrie drängender wird.
Auf dieses Thema wollen auch die Parteien im Wahlkampf setzen, die Wirtschaft bildet in allen Parteiprogrammen einen wichtigen Schwerpunkt.