Staugefahr zum Ferienstart im Ländle - wo und wann es länger dauern kann
Von Martin Oversohl
Stuttgart - Wer die Osterferien nicht zu Hause verbringt, sollte seine Autofahrt zu Verwandten oder in den Urlaub gut planen: Der ADAC warnt wieder vor vollen Autobahnen im Südwesten. Denn auch in den meisten anderen Bundesländern beginnen die Ferien.
Der schlimmste Stau-Tag wird aus Sicht der Experten wie so oft der Gründonnerstag werden (2. April), weil viele Menschen nur über das lange Osterwochenende wegfahren. "Eine staufreie Fahrt wird hier tagsüber kaum möglich sein", sagt Holger Bach, der Abteilungsleiter Verkehr und Umwelt beim ADAC Württemberg.
"Fast ganz Deutschland wird unterwegs sein." Im vergangenen Jahr staute sich der Verkehr an diesem Tag laut ADAC auf 249 Stunden Stillstand und insgesamt 659 Kilometer Länge.
Ein hohes Staurisiko sieht der ADAC auch zum Ferienstart am Freitag (27. März) und dann vor allem ab mittags und bis zum frühen Abend.
Und auch am Ostermontag (6. April) dürfte der einsetzende Rückreiseverkehr erneut für volle Autobahnen in Baden-Württemberg sorgen. Das zeigt auch die Erfahrung: Laut ADAC gehörte der Ostermontag im vergangenen Jahr mit 610 Kilometern Länge zu den staureichsten Tagen in Baden-Württemberg.
Der ADAC empfiehlt, die verkehrsstarken Tage möglichst zu meiden und auf andere Termine auszuweichen. "Von Karfreitag bis Ostersonntag erwarten wir eine weitgehend ruhige Lage auf den Autobahnen im Südwesten", sagt Bach.
Wer flexibel ist, kann auch antizyklisch fahren, also möglichst früh am Morgen oder spät am Abend. Der ADAC empfiehlt zudem gerade bei längeren Fahrten einen Zeitpuffer, um nicht den Stresspegel durch Termindruck zusätzlich zu erhöhen.
Hier staut es besonders
Besonders voll wird es voraussichtlich auf den Strecken in Richtung Süden. Dazu gehören die Autobahnen A5 Heidelberg – Karlsruhe – Basel und A6 Heilbronn – Nürnberg, die A8 Karlsruhe – Stuttgart – München und die A81 Heilbronn – Stuttgart – Singen.
Außerdem kommen mehrere Baustellen dazu, bei denen es sich stauen kann. Der ADAC nennt hier die Baustelle auf der A5 Basel – Karlsruhe zwischen Riegel und Rust, die Bauarbeiten zwischen Sinsheim-Steinsfurt und Sinsheim-Süd auf der A6 Heilbronn – Mannheim sowie auf der A7 Ulm – Würzburg die Baustelle zwischen Virngrundtunnel und Dinkelsbühl/Fichtenau.
Hinzu kommt das Langzeit-Nadelöhr auf der A8 Stuttgart – Karlsruhe (in beiden Richtungen) zwischen Pforzheim Süd und Pforzheim-Nord.
Auf der A81 könnte auch der durch einen Brand teils zerstörte Engelbergtunnel rund um Stuttgart zum Nadelöhr werden. Die Weströhre in Richtung Karlsruhe/München wurde nur mit einem verfügbaren Fahrstreifen für Lastwagen und Pkw geöffnet. Voll wird es daher laut ADAC auch auf den Ausweichstrecken über Ditzingen, Leonberg und Gerlingen.
"Der überregionale Verkehr Richtung Süden sollte das Gebiet weiträumig über die A5 und A7 umfahren", raten die Experten. Bis zur kompletten Öffnung mit allen Fahrstreifen werde es voraussichtlich noch mehrere Wochen dauern.
Titelfoto: Lino Mirgeler/dpa

