Tierischer Einsatz im Schwarzwald: Darum grasen jetzt Ponys im Nationalpark

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Von Magdalena Henkel

Offenburg - Die Gräser stehen hoch auf den Heideflächen im Nationalpark Schwarzwald - doch nicht mehr lange. Seit wenigen Wochen weiden hier graue Ponys gemächlich die Vegetation ab. Die sogenannten Konikpferde sind wieder im Einsatz.

Pferde im Nationalpark Schwarzwald leisten einen wichtigen Beitrag.
Pferde im Nationalpark Schwarzwald leisten einen wichtigen Beitrag.  © Daniel Müller/Nationalpark Schwarzwald/dpa

Bis Ende November halten die Ponys die traditionellen Bergweiden frei – und leisten damit einen wertvollen Beitrag für die Artenvielfalt der charakteristischen Hochlandschaft, wie der Park mitteilte.

Bereits seit 2020 verbringen die Tiere die wärmeren Monate im Nationalpark – im Rahmen eines gemeinsamen Projekts mit dem Zoo Karlsruhe. Den Winter verbringen sie im Naturschutzgebiet Talebuckel bei Offenburg.

Konikpferde gelten dem Nationalpark zufolge als genügsam, sehr geländesicher und robust. Deshalb werden sie seit vielen Jahren in oft ganzjährig angelegten Beweidungsprojekten für die Naturschutzarbeit eingesetzt.

Tschüss, Diesel: So viele E-Busse rollen bereits durch Baden-Württemberg
Baden-Württemberg Tschüss, Diesel: So viele E-Busse rollen bereits durch Baden-Württemberg

Die Bergweiden im Nationalpark wurden bereits im Mittelalter angelegt, seit Anfang des 20. Jahrhunderts aber nicht mehr landwirtschaftlich genutzt. Ohne die Koniks würden sie demnach zuwachsen.

Die Pferde fressen die Vegetation ab und schaffen so wertvolle Kleinstlebensräume für Vögel und Insekten, so der Nationalpark.

Biodiversität nimmt durch den Pony-Einsatz zu

Typisch für Konikpferde sind die mausgraue Färbung, die dunkle Mähne und Zebrastreifen an den Fesseln.
Typisch für Konikpferde sind die mausgraue Färbung, die dunkle Mähne und Zebrastreifen an den Fesseln.  © Daniel Müller/Nationalpark Schwarzwald/dpa

Die Wirkung sei messbar: "Wir merken die Auswirkungen unserer Weidetiere an der Zunahme der Biodiversität: Es gibt mehr Rote-Liste-Arten und auch Arten, die es vorher nicht gab", hieß es von Thomas Gamio, der im Nationalpark Schwarzwald für die Weidetierhaltung zuständig ist.

"Wenn die Pferde am Ende der Saison einen sogenannten Golfrasen hinterlassen, sind unsere Biologen glücklich – und ich stolz auf unsere Tiere."

Mittlerweile gibt es zwei Herden mit insgesamt 21 Tieren – an den Standorten Zollstock/Hilseneck sowie am Schurkopf nahe des Schliffkopfs.

Stau-Alarm im Südwesten: ADAC warnt vor vollen Autobahnen zum Ferienende
Baden-Württemberg Stau-Alarm im Südwesten: ADAC warnt vor vollen Autobahnen zum Ferienende

Das Konikpferd ist eine ursprüngliche Landrasse aus Polen, die den einst in Europa heimischen Wildpferden sehr ähnelt.

Titelfoto: Bildmontage: Daniel Müller/Nationalpark Schwarzwald/dpa

Mehr zum Thema Baden-Württemberg: