Zecken überall unterwegs: Warum eine Impfung jetzt besonders wichtig sein kann

Von Martin Oversohl

Stuttgart - Nach dem milden Winter und dem Start der Zeckensaison in Baden-Württemberg ist der erste von insgesamt wohl mehreren hundert Fällen von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) in diesem Jahr registriert worden. Betroffen sei ein Patient im Ostalbkreis, teilte das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mit.

Ursache für die steigenden Zahlen ist aus Sicht der Experten vor allem der Klimawandel. (Symbolfoto)
Ursache für die steigenden Zahlen ist aus Sicht der Experten vor allem der Klimawandel. (Symbolfoto)  © Sven Hoppe/dpa

Gesundheitsminister Manne Lucha (64, Grüne) rief erneut zur Schutzimpfung auf. "FSME kann jeden treffen, aber niemand ist schutzlos", sagte er. Die Impfung sei der beste Weg, sich und andere zu schützen. "Wer sich jetzt impfen lässt, kann den vollen Schutz noch vor der Hauptsaison aufbauen", sagte er.

FSME kann durch Zeckenstiche ausgelöst werden. Bei der Erkrankung können sich Hirnhaut, Gehirn und Rückenmark entzünden. Aber nur rund 17 Prozent der Bevölkerung waren laut Ministerium 2024 vollständig geimpft. Für den vollen Impfschutz sind laut Lucha drei Impfungen notwendig.

Für das vergangene Jahr waren Experten zuletzt von einer rekordverdächtigen Zahl an von Zecken verursachten Hirnhautentzündungen in Deutschland ausgegangen.

Gestiegene Verbreitung und Aktivität der Zecken

In Baden-Württemberg wurden laut Ministerium 260 FSME-Erkrankungen gemeldet, das war der vierthöchste Wert seit Einführung der Meldepflicht im Jahr 2001. "Die jährlichen Fallzahlen schwanken, zeigen aber insgesamt einen leichten Anstieg", sagte Lucha.

Mit der gestiegenen Verbreitung und Aktivität der Zecken nimmt auch die Zahl der Menschen zu, die an der von Zecken übertragene FSME erkranken, sagt die Leiterin des Fachgebiets Parasitologie an der Universität Hohenheim in Stuttgart, Ute Mackenstedt.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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