Von Marco Hadem
München/Augsburg - Die Trockenheit in Bayerns Böden nimmt wegen der anhaltenden Hitze und den zu geringen Niederschlägen immer weiter zu.
84 Prozent der oberflächennahen Grundwassermessstellen sowie Quellen im Freistaat und 76 Prozent der Messstellen der tieferen Grundwasserstockwerke zeigen derzeit (Stichtag 3. August) niedrige Verhältnisse an.
Dies entspricht dem mit Abstand niedrigsten Wert der vergangenen fünf Jahre, wie das Landesamt für Umwelt (LfU) in Augsburg auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.
Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr zeigten nach Angaben eines Sprechers zum Stichtag nur 34 Prozent der Messstellen derart niedrige Grundwasserwerte an. "Die aktuelle Situation ist deutlich angespannt", heißt es zur Lage im Niedrigwasserbericht vom 31. Juli.
Inwiefern die derzeit viel zu geringen Niederschläge, Hitze und Trockenheit auch negative Auswirkungen auf die Grundwasserneubildung haben, bleibt abzuwarten. Im Jahr 2025 fielen in Summe bayernweit etwa 716 Liter pro Quadratmeter Niederschlag, fast ein Viertel weniger als im Referenzzeitraum.
Anhaltende Trockenheit in Bayern: Folgen für Grundwasserneubildung?
"Die Grundwasserneubildung aus Niederschlag in Bayern wird anhand eines landesweiten Bodenwasserhaushaltsmodells auf Basis täglicher gemessener Klimadaten berechnet. Aus methodischen Gründen kann die Grundwasserneubildung nur für einzelne Jahre ermittelt werden, weshalb ein tatsächlicher Wert der Grundwasserneubildung üblicherweise erst im April des Folgejahres feststeht", sagte die Sprecherin des LfU.
Aufgrund der in Summe zu geringen Niederschläge der vergangenen Jahre weist die Grundwasserneubildung in Bayern aber schon seit Jahren in Summe ein Defizit auf: Von 2003 bis 2025 ergab sich ein mittleres jährliches Defizit von rund 15 Prozent.
Zwar habe das nasse Jahr 2024 zu einer vorübergehenden Erholung geführt, "diese Erholung war in ihrer Ausprägung jedoch nicht nachhaltig, sodass sich das Defizit in der Grundwasserneubildung nach dem Trockenjahr 2025 erneut vergrößert hat", heißt es im Bericht des LfU.