Im Visier der Russen: Offenbar Attentat auf deutschen Rüstungschef verhindert

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Straßkirchen (Bayern) - Der bayrische Rüstungsunternehmer Stefan Thumann (39) ist offenbar großer Gefahr ausgesetzt. Einem Medienbericht zufolge steht der Geschäftsmann im Visier des Kremls.

Recherchen zufolge hat Russland mutmaßlich ein Attentat auf den Rüstungsunternehmer Stefan Thumann (39) geplant. Seine Firma produziert Drohnen für die Ukraine.
Recherchen zufolge hat Russland mutmaßlich ein Attentat auf den Rüstungsunternehmer Stefan Thumann (39) geplant. Seine Firma produziert Drohnen für die Ukraine.  © Montage: Efrem Lukatsky/AP/dpa, Screenshot/X/@StefanThumann

So gehen deutsche Sicherheitsbehörden davon aus, dass der russische Geheimdienst ein Attentat auf Thumann vorbereitet hat, wie Recherchen der Wochenzeitung "Die Zeit" ergaben. Demnach soll der Ukrainer Sergey N. als sogenannter "Wegwerf-Agent" sein Wohnhaus ausgespäht und Fotos angefertigt haben.

Der 39-Jährige ist offenbar durch seine eindeutige Positionierung gegen Russland und die Lieferung von Aufklärungs- sowie Angriffsdrohnen an die Ukraine über sein Start-up "Donaustahl" in den Fokus des Kremls gerückt.

Laut "Zeit" kamen Ermittler dem Spion im Dezember 2025 nach dem Hinweis eines ausländischen Nachrichtendienstes auf die Spur. Bayrische Beamte hätten den Verdächtigen festgenommen, ihn jedoch wegen Mangels an Beweisen kurze Zeit später wieder freigelassen.

"Einfach idiotisch": Keller von Landratsamt mutwillig unter Wasser gesetzt
Bayern "Einfach idiotisch": Keller von Landratsamt mutwillig unter Wasser gesetzt

Erst danach sei bei der Auswertung der Handydaten festgestellt worden, dass N. offenbar nicht nur Thumann, sondern auch seinen Vater observierte und zudem Kontakte zum russischen Geheimdienst hatte. Zu diesem Zeitpunkt habe sich der ehemalige Maurer jedoch bereits mit seiner Familie nach Spanien abgesetzt.

Fall Sergey N. ist Thema im Kanzleramt

Der Fall Sergey N. beschäftigt die Nachrichtendienstliche Runde des Kanzleramts. (Archivbild)
Der Fall Sergey N. beschäftigt die Nachrichtendienstliche Runde des Kanzleramts. (Archivbild)  © Sebastian Gollnow/dpa

Im März klickten bei Sergey N. dem Bericht zufolge erneut die Handschellen. Zugleich sei auch Alla S., eine Rumänin und ebenfalls unausgebildete Agentin, festgenommen worden. Sie habe Stefan Thumann in Deutschland weiter ausgespäht.

Beide Personen sitzen in U-Haft. Ihre Anwälte wollten sich nicht zu den Vorwürfen äußern.

Laut "Zeit" beschäftigt der Fall die Ermittler seit Monaten. Thumann stehe unter erhöhtem Personenschutz. Immer wieder werde darüber im Kanzleramt gesprochen, wenn jeden Dienstag die sogenannte Nachrichtendienstliche Lage zusammenkomme – ein Treffen mit Vertretern der wichtigsten Sicherheitsbehörden.

Stadt nach Blitzeinschlag geteilt: Bahnschranke trennt Anwohner
Bayern Stadt nach Blitzeinschlag geteilt: Bahnschranke trennt Anwohner

Der Wochenzeitung zufolge soll ein weiteres Rüstungsunternehmen ebenfalls im Visier der russischen Geheimdienste stehen. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass das Leben eines Managers in Gefahr ist.

Die potenzielle Bedrohung für Personen solcher Produktionsbetriebe zeigt sich nicht zuletzt auch an einer erneuten Festnahme. Am Mittwoch war bekanntgeworden, dass ein Ukrainer unter dem Verdacht der Agententätigkeit mit Ziel von Sabotageakten inhaftiert worden ist.

Titelfoto: Montage: Efrem Lukatsky/AP/dpa, Screenshot/X/@StefanThumann

Mehr zum Thema Bayern: