Schluss mit Schlangen vorm Damenklo! Bayern plant Toiletten-Revolution

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Von Christoph Trost und Marco Hadem

München - Lange Schlangen vor Damentoiletten sollen in Bayern irgendwann der Vergangenheit angehören, egal ob bei Konzerten oder in Theatern. Denn: In Zukunft sollen - anders als heute - ausreichend oder gleich viele Toiletten für Frauen und Männer vorgeschrieben werden.

Vor dem Damenklo gibt es in Konzertpausen immer lange Schlangen - während Männer einfach durchgehen. Das liegt auch an den geltenden Toiletten-Vorschriften. Nun winkt Abhilfe.
Vor dem Damenklo gibt es in Konzertpausen immer lange Schlangen - während Männer einfach durchgehen. Das liegt auch an den geltenden Toiletten-Vorschriften. Nun winkt Abhilfe.  © wisawa222/123RF

Der Bauausschuss des Bayerischen Landtags votierte einstimmig dafür, die entsprechende Verordnung zu ändern. Bis es so weit ist, wird es aber noch dauern: Ziel ist eine bundesweit einheitliche Regelung. Notfalls will Bayern aber auch im Alleingang handeln.

Allerdings: Bestehende Hallen und Spielstätten müssen nicht zwingend umbauen - dort könnte das Problem also bestehen bleiben.

Die Verordnung sieht derzeit vor, dass zum Beispiel für Veranstaltungen mit 1000 Besuchern bei den Frauen zwölf Toiletten vorgehalten werden müssen. Bei den Männern sind es acht Toiletten und dazu zwölf Pissoirs. Somit können Männer letztlich insgesamt bis zu 20 Toiletten nutzen, Frauen aber nur zwölf.

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Dieses Ungleichgewicht wollten die Landtags-Grünen ändern - sie brachten unter der Überschrift "Frauen müssen übrigens auch mal" einen Antrag in den Landtag ein, die sogenannte Versammlungsstättenverordnung zu ändern.

Es müsse "eine gleiche Anzahl an Toilettenanlagen für Damen und Herren" geben.

Ziel: Parität bei Toiletten

Die Verordnung gilt aber nicht für Festzelte auf dem Oktoberfest oder anderen Volksfesten.
Die Verordnung gilt aber nicht für Festzelte auf dem Oktoberfest oder anderen Volksfesten.  © Peter Kneffel/dpa

Nicht nur die versammelte Opposition, sondern auch die Koalition aus CSU und Freien Wählern stellte sich nun grundsätzlich hinter das Ansinnen. Nur wird die Staatsregierung nicht aufgefordert, umgehend zu handeln. Sondern es wird zunächst abgewartet, ob es eine bundesweit einheitliche Lösung gibt

Im Beschluss des Landtags-Bauausschusses heißt es, Ziel sei letztlich eine "Parität" bei der Zahl der Damen- und Herrentoiletten.

Die Vorschrift, wie auch immer sie aussieht, gilt dann aber zwingend nur für Neubauten: "Bestehende Einrichtungen, die auf der Grundlage der geltenden Verordnung genehmigt wurden, haben Bestandsschutz und müssen bauliche Anforderungen der geänderten Verordnung nicht umsetzen", hieß es aus dem Bauministerium. Allerdings: "Es steht ihnen aber natürlich frei, dies zu tun."

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Und: Für sogenannte "fliegende Bauten" wie Festzelte gilt die Verordnung nicht. Auf der Wiesn, bei anderen Volksfesten und Festivals liegt es also weiter in der Verantwortung der Veranstalter, dass es ausreichend Toiletten gibt.

Titelfoto: wisawa222/123RF

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