Statistik zeigt: Bayerns Väter kümmern sich besonders selten um kranke Kinder
Von Tom Sundermann, Sascha Meyer
München - Wenn Kinder krank sind, bleiben in Bayern besonders selten die Väter zu Hause.
Weniger als ein Viertel der Kinderkrankentage (23 Prozent) entfiel im vergangenen Jahr auf männliche Kassenmitglieder, wie das Wissenschaftliche Institut der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) nach eigenen Versichertendaten ermittelte. Das ist bundesweit der niedrigste Wert.
Im Bundesdurchschnitt lag der Männeranteil bei 27 Prozent. Den höchsten Wert verzeichnete Sachsen mit 31 Prozent. Entsprechend entfielen in Bayern 77 Prozent der Kinderkrankentage auf Frauen - vier Prozentpunkte mehr als im Bundesschnitt.
Gesetzlich versicherte Eltern können Kinderkrankengeld erhalten, wenn sie wegen eines erkrankten Kindes nicht arbeiten können. Die Krankenkasse zahlt dabei in der Regel 90 Prozent des Nettoverdienstes.
Pro Kind stehen jedem Elternteil 15 Arbeitstage, Alleinerziehenden 30 Tage zu. Bei mehreren Kindern erhöht sich der Anspruch auf bis zu 35 beziehungsweise 70 Arbeitstage im Jahr.
AOK: Kinderkrankenfälle dauerten 2025 länger
Zuletzt war die Summe der genommenen Kinderkrankentage in Bayern leicht gesunken. Von allen Versicherten mit Anspruch darauf meldeten im abgelaufenen Jahr 3,4 Prozent mindestens einmal ihr Kind krank. 2024 hatte der Anteil noch bei 3,5 Prozent gelegen.
Allerdings dauerten 2025 die eingereichten Kinderkrankenfälle geringfügig länger: 2,4 Tage gegenüber 2,3 Tagen im Vorjahr. Sowohl bei der Anzahl als auch der Länge liegt der Freistaat unter dem deutschlandweit ermittelten Mittel.
Titelfoto: Julian Stratenschulte/dpa
