Grundschüler stirbt bei Bus-Unfall: Gutachten bringt Fahrer ins Visier der Ermittler

Von Frederick Mersi, Benedikt Zinsmeister

Hebertshausen - Dutzende Grundschüler aus einem kleinen Ort in Oberbayern wurden beim Zusammenstoß zweier Busse im Juni verletzt, ein Junge starb. Zur Ursache gibt es jetzt erste Erkenntnisse - mit Folgen für den Busfahrer. Gegen ihn wird unter anderem wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt.

Der beschädigte Linienbus steht an der Unfallstelle.  © Sven Hoppe/dpa

Ein vorläufiges Expertengutachten sei zu dem Schluss gekommen, dass der Mann mit seinem Linienbus auf der Landstraße zwischen Ampermoching und Ottershausen bei Hebertshausen (Landkreis Dachau) im Bereich einer Kurve auf die Gegenspur geriet und dort mit einem Reisebus zusammenstieß, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München II mit.

Bei dem Unfall war ein Grundschüler gestorben, Dutzende wurden verletzt, manche von ihnen schwer - ebenso eine Lehrerin. Insgesamt waren rund 100 Rettungskräfte im Einsatz, darunter auch fünf Rettungshubschrauber.

Die Kinder aus Haimhausen, einer Gemeinde mit etwa 5600 Einwohnern im selben Landkreis, waren in dem Reisebus unterwegs, als es zu dem Zusammenstoß kam. Die Zweiklässler befanden sich auf einem Schulausflug. In dem Ort hatte der Zusammenstoß große Bestürzung und Anteilnahme ausgelöst.

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Der Linienbus, gegen dessen Fahrer nun ermittelt wird, war ohne Passagiere unterwegs.

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Bilder von der Unfallstelle bei Hebertshausen

Kerzen und Blumen und ein Stofftier stehen nach dem tragischen Zusammenstoß an der Unfallstelle.  © Sven Hoppe/dpa
In dem Reisebus befanden sich Grundschüler aus Oberbayern.  © Sven Hoppe/dpa
Zahlreiche Rettungskräfte waren im Einsatz.  © Ralf Zwiebler/dpa

Bus-Unfall bei Herbertshausen in Oberbayern: Was die Ermittler noch herausfinden wollen

Warum der Mann mit dem Linienbus in den Gegenverkehr geriet, sei aber nach wie vor unklar, teilte der Behördensprecher mit. Die Ermittlungen dazu seien noch nicht abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft habe ein weiteres Gutachten in Auftrag gegeben, ein Ergebnis liege bislang aber nicht vor. 

Freiwillige Schnelltests an der Unfallstelle hatten ergeben, dass keiner der beiden Busfahrer unter dem Einfluss von berauschenden Substanzen gestanden war.

Wann die Ermittler mit ihrer Arbeit fertig sein könnten, blieb unklar. Für den Fahrer des Linienbusses gelte bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

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