Mit Absicht Geisterfahrer: Staatsanwalt gibt weitere Details zum A70-Crash bekannt

Oberhaid/Bamberg - Ein 46 Jahre alter Geisterfahrer auf der A70 hat zwischen den Anschlussstellen Bamberg-Hafen und Viereth-Trunstadt wahrscheinlich absichtlich einen schlimmen Unfall mit mehreren Schwerverletzten verursacht. Jetzt gab die Staatsanwaltschaft weitere Details bekannt.

Am Freitagabend (16. Oktober) gegen 18.30 Uhr kollidierten mehrere Fahrzeuge auf der A70 mit einem Geisterfahrer.  © NEWS5 / Ferdinand Merzbach

Am vergangenen Freitag (16. Oktober) ereignete sich im oberfränkischen Landkreis Bamberg der Vorfall, bei dem der Unfallverursacher in seinem Ford, ein Seat-Fahrer sowie die beiden Insassen eines BMW-Fahrschulautos schwer verletzt wurden.

Bis auf die Person im Seat – sie befindet sich laut Polizei auf dem Weg der Besserung – konnten alle die Kliniken inzwischen wieder verlassen.

Der 46-Jährige wurde wenige Tage nach dem Unfall festgenommen, nachdem neueste Erkenntnisse der Ermittler darauf hinweisen, dass der schwere Frontalcrash absichtlich herbeigeführt wurde.

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"Daher war der Tatvorwurf hier aus unserer Sicht so zu bewerten, dass das hier als versuchter Mord einzustufen ist. Hier eben auch noch in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung sowie weiteren Straßenverkehrsdelikten", so Matthias Eichelsdörfer, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Bamberg.

"Mord deswegen, weil wir derzeit davon ausgehen, dass dieser ganze Tötungsversuch in Mithilfe von gemeingefährlichen Mitteln erfolgt ist." Mit "gemeingefährlichen Mitteln" sei der Umstand gemeint, dass der Täter keinerlei Einfluss darauf hatte, wie viele Menschen zu Tode kommen könnten.

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Insgesamt vier Personen wurden bei dem Unfall schwer verletzt. Drei von ihnen konnten die Klinik bereits wieder verlassen.  © NEWS5 / Ferdinand Merzbach

Er habe jedoch in bewusster Absicht gehandelt, als er – mutmaßlich an der Anschlussstelle Eltmann – entgegen der Fahrtrichtung auf die Autobahn fuhr.

Laut derzeitigem Stand gehen die Ermittler davon aus, dass es "eine Suizidabsicht war und dem Beschuldigten egal war, ob da auch noch andere Menschen mit ums Leben kommen".

Derweilen sucht die Polizei nach weiteren Zeugen des Vorfalls, insbesondere einem Lastwagenfahrer, der in dem Bereich gegen 18.30 Uhr unterwegs war.

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Dieser sei kurz vor dem Unfall von dem Fahrschulauto überholt worden.

Er und weitere (gefährdete) Zeugen werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0951/9129-491 mit der Kriminalpolizei Bamberg (oder jeder anderen Polizeidienststelle) in Verbindung zu setzen

Solltet Ihr selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, findet Ihr anonym bei der Telefonseelsorge rund um die Uhr Ansprechpartner. Wählt in solchen Situationen bitte die 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123.

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