Von Christof Rührmair
München/Berlin - Bayern hinkt beim Windkraftausbau weiter hinterher. 2025 stand nur jedes 56. in Deutschland in Betrieb genommene Windrad im Freistaat, wie aus Zahlen der Fachagentur Wind und Solar hervorgeht.
Konkret waren es in Bayern 17 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 82,5 Megawatt.
Zum Vergleich: Bundesweit waren es 958 Anlagen mit 5,2 Gigawatt, alleine Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen kommen jeweils auf mehr als 200 neue Anlagen und mehr als ein Gigawatt.
Unter den Flächenländern liegen nur das Saarland, Sachsen und Thüringen hinter Bayern.
Bundesweit hat sich der Zubau im vergangenen Jahr deutlich beschleunigt. Bezogen auf die hinzugekommene Leistung steht ein Plus von gut 58 Prozent. Bayern schneidet hier mit 65,4 Prozent zwar etwas besser ab - allerdings auf sehr niedrigem Niveau.
Im Freistaat zieht der Windkraftausbau erst seit einigen Jahren wieder langsam an, nachdem er durch die unter Ministerpräsident Horst Seehofer (76, CSU) eingeführte, inzwischen aber wieder abgeschaffte, 10H-Regelung zum Abstand von Wohnbebauung fast zum Erliegen gekommen war.
Erstmals Ex-Höchstwert aus 2013 übertroffen – und zwar deutlich
Auf längere Sicht könnten die Zahlen in Bayern noch deutlich stärker steigen. Dem Wirtschaftsministerium zufolge gab es von Januar bis November 2025 insgesamt 774 Anträge auf Genehmigung von Windrädern.
Das ist fast dreimal so viel wie im Gesamtjahr 2024 und mehr als das Zwölffache des Wertes aus dem Jahr 2023.
Erstmals wurde damit der alte Höchstwert von 400 aus dem Jahr 2013 übertroffen. Die Zahl der Genehmigungen stieg auf 171 in den ersten elf Monaten.