Jetzt nimmt er den Obdachlosen sogar den Kaffee weg: Kai Wegner sagt wohl Spendenaktion ab

Berlin - Die alljährliche Kaffeewette zugunsten der Berliner Kältehilfe, bei der Bezirke gemeinsam mindestens 500 Päckchen Kaffee und zusätzliche Spenden sammeln, wurde in diesem Jahr von Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner (53, CDU) offenbar untersagt.

Die Kältehilfe bietet in Berlin zahlreichen obdachlosen Menschen Schutz und Verpflegung.  © Paul Zinken/dpa

Wie der rbb berichtet, äußerte die Senatskanzlei rechtliche Bedenken – der Verdacht auf Käuflichkeit oder Bestechlichkeit stehe im Raum.

Die Aktion, die 2019 erstmals in Neukölln gestartet wurde, hätte vom 19. Januar bis 5. Februar in elf Bezirken laufen sollen. Doch nach dem Verbotsbescheid zogen mehrere Einzelhändler als Sponsoren ihre Unterstützung zurück.

Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel (39, SPD) kritisierte die Entscheidung scharf: "Es geht darum, dass die Kältehilfe gestärkt wird", sagte Hikel der rbb-Abendschau.

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"Als Bürger dieser Stadt bin ich fassungslos." Hikel kündigte an, dass sein Bezirksamt trotz des Verbots weiterhin Kaffee sammeln werde.

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Neukölln und weitere Bezirke wollen sich trotz des Verbots an der Kaffeewette beteiligen

Im Winter ist das Leben für obdachlose Menschen besonders schwer. (Archivfoto)  © Arne Dedert/dpa

In Reinickendorf und weiteren Bezirken wie Tempelhof-Schöneberg und Lichtenberg wollen die Verantwortlichen der Aktion ebenfalls die Sammelaktionen fortsetzen.

Bezirksbürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner (64, CDU) betonte, dass viele Unternehmen ihre Unterstützung aufrechterhalten wollten, die Rückzüge einzelner Sponsoren seien bedauerlich.

Senatssprecherin Christine Richter erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass geprüft werde, wie der Kern der Aktion trotz der rechtlichen Bedenken erhalten bleiben könne: "Wie bei allen öffentlichen Aktionen schauen wir genau hin, wie die Kaffeewette umgesetzt werden kann. Daran arbeiten wir gerade – mit dem klaren Ziel, den positiven Kern der Idee zu bewahren."

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Jeder Bezirk, der die Mindestzahl von 500 Päckchen erreicht, erhält von Partnern zusätzliche 2500 Euro für die Kältehilfe.

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