Berlin - Immer wieder gibt es zum großen Ärger der Fahrgäste im Winter Probleme mit dem ÖPNV der Hauptstadt - die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wollen vorsorgen.
Vereiste Oberleitungen oder Weichen stellen bei niedrigen Temperaturen die größten Gefahren für den reibungslosen Ablauf im Berliner Fahrgastverkehr dar - so geschehen im vergangenen Januar.
Diese Erfahrungen sollen nun auch in die Vorbereitungen für den kommenden Winter einfließen, wie die BVG am Freitag mitteilte. Besonders gegen Eis an Oberleitungen soll vorgegangen werden.
Dazu bekommen die Straßenbahnen "ein zusätzliches Winterwerkzeug", wie es hieß. Demnach können Züge mit speziellen Messing-Schleifleisten ausgestattet werden und so bei langsamer Fahrt "zum rollenden Eiskratzer" werden.
Als weitere Maßnahme sind die meisten der 309 Weichenanlagen auf den oberirdischen Abschnitten bei der U-Bahn, sowie die 632 bei der Straßenbahn, beheizt. Ab Anfang November sind sie im Wintermodus aktiv und springen ab einer bestimmten Temperatur selbstständig an.
BVG-Geheimwaffe: Oranger Helfer für die Stromschiene
Wer im Winter einen orangefarbenen Zug älteren Baujahrs durch die Stadt fahren sieht, der erlebt möglicherweise eine Geheimwaffe der BVG in Aktion.
Bei diesem besonderen Triebwagen handelt es sich nämlich um den Stromschienen-Schmierzug. Der kommt vor allem auf den oberirdischen Strecken der Linien U1 bis U3 zum Einsatz, denn hier befinden sich die Kontaktflächen der Stromschienen an der Gleisoberseite und sind daher besonders witterungsanfällig.
Dieser Spezialzug soll mithilfe von Bürsten und biologisch abbaubaren Tau- und Schmierstoffen dafür sorgen, dass der Kontakt zwischen Stromschiene und Stromabnehmer zuverlässig erhalten bleibt.
Auf den anderen U-Bahnstrecken können sich Schnee und Eis nicht auf den Kontaktflächen ablagern.