"Chaos-Stadt" Berlin? Giffey kontert Kritik aus Bayern mit "Reichsbürgertum"

Berlin - Bayerisch-Berlinerische Fehde geht in die nächste Runde: Regierungschefin Franziska Giffey (44, SPD) hat erneut die Kritik von CSU-Chef Markus Söder (56) zurückgewiesen, Berlin werde zu einer Chaos-Stadt.

Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (44, SPD) hat sich erneut gegen die Kritik aus Bayern gewehrt und den Freistaat auf gravierende Probleme im eigenen Land hingewiesen.
Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (44, SPD) hat sich erneut gegen die Kritik aus Bayern gewehrt und den Freistaat auf gravierende Probleme im eigenen Land hingewiesen.  © Christoph Soeder/dpa

"Wenn in einer fast Vier-Millionen-Metropole 145 Chaoten Mist bauen, kann man nicht daraus folgern, dass alle anderen Einwohner hier auch Chaoten sind", sagte die SPD-Politikerin der "Berliner Zeitung" am Samstag.

"Auch Bayern hat vor der eigenen Tür einiges zu kehren, zum Beispiel in Sachen Reichsbürgertum. Ich gebe Herrn Söder ja auch keine Ratschläge."

In der Nacht zum Neujahrstag waren in mehreren deutschen Städten Polizisten und Feuerwehrleute im Einsatz angegriffen worden, unter anderem mit Böllern und Raketen. Besonders heftig waren die Attacken in einigen Vierteln von Berlin.

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Söder sagte nach den Ausschreitungen: "Berlin entwickelt sich leider zu einer Chaos-Stadt – beginnend bei der Politik, die weder Wahlen organisieren noch die Sicherheit ihrer Bürger garantieren kann."

Nach den Krawallen in der Silvesternacht: Politik diskutiert über Konsequenzen

CSU-Chef Markus Söder (56) hat Berlin nach den Ausschreitungen an Silvester zu einer "Chaos-Stadt" abgestempelt.
CSU-Chef Markus Söder (56) hat Berlin nach den Ausschreitungen an Silvester zu einer "Chaos-Stadt" abgestempelt.  © Sven Hoppe/dpa

Seit den Ausschreitungen wird auf politischer Ebene über Konsequenzen und künftige Prävention diskutiert.

Giffey nannte im Interview fünf Punkte: "erstens konsequente Strafverfolgung mit beschleunigten Verfahren. Zweitens Erhöhung von Personal und Ausstattung bei Polizei und Feuerwehr. Drittens der Einsatz für die Verschärfung des Waffenrechts auf Bundesebene. Viertens zusätzliche Investitionen in die Sozial- und Jugendarbeit vor Ort. Fünftens ein Sonderprogramm für die Unterstützung und Verbesserung der Lebenssituation in Großwohnsiedlungen gemeinsam mit dem Quartiersmanagement."

In Berlin soll im Februar die Wahl zum Abgeordnetenhaus nach etlichen Pannen wiederholt werden.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa, Christoph Soeder/dpa (Bildmontage)

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