Angebliche Tierschützer halten Hunde unter erbärmlichen Bedingungen
Berlin - Die Veterinär- und Lebensmittelaufsicht hat im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick einen Fall illegaler Hundeeinfuhr aufgedeckt. Besonders perfide: Die Tatverdächtigen gaben sich als Tierschützer aus.
Wie das Bezirksamt Treptow-Köpenick mitteilte, war zuvor ein Hinweis aus der Bevölkerung zu einer Verkaufsanzeige von Welpen im Internet eingegangen. Darin gaben die Verkäufer an, die Tiere seien angeblich aus dem Ausland vor dem sicheren Tod gerettet worden.
Der Anfangsverdacht erwies sich als begründet: Bei der unangekündigten Kontrolle einer Wohnung wurden erhebliche Verstöße gegen tierseuchenrechtliche und tierschutzrechtliche Vorschriften festgestellt.
In dem Objekt wurden sechs Hunde entdeckt, die offenbar aus dem Ausland nach Deutschland gebracht worden waren.
Die zugehörigen Heimtierausweise wiesen laut Bezirksamt zahlreiche Unregelmäßigkeiten auf: unvollständige Angaben, widersprüchliche Altersdaten und fragwürdige Impfvermerke. Teilweise konnten die Dokumente keinem Tier eindeutig zugeordnet werden - ein Hund besaß überhaupt keinen Mikrochip.
Besonders brisant: Für mehrere Tiere fehlte ein Nachweis über einen gültigen Tollwutschutz. Damit bestand potenziell ein Risiko für Tiergesundheit und öffentliche Sicherheit. Erst zu Jahresbeginn war in Rheinland-Pfalz ein Fall von Tollwut bei einem illegal eingeführten Hund bekannt geworden.
Hunde in schlechtem Zustand
Die Haltungsbedingungen in der Wohnung waren nach Angaben des Amtes alarmierend. Einige Tiere zeigten deutliche Verhaltensauffälligkeiten, waren stark verängstigt oder dehydriert.
Ein Hund befand sich in einem so schlechten Zustand, dass er sich kaum noch bewegte und in einer ausgeprägten Starre verharrte.
Auch Belüftung, Beleuchtung, Hygiene und Wasserversorgung in den Räumen entsprachen nicht den tierschutzrechtlichen Vorgaben.
Die Veterinär- und Lebensmittelaufsicht stellte alle sechs Hunde sicher und brachte sie in amtliche Verwahrung.
Gegen die Verantwortlichen wurden ordnungsrechtliche Maßnahmen eingeleitet.
Titelfoto: Johannes Neudecker/dpa

