Berlin - Der Polizei sind in Berlin wieder einmal einige unverbesserliche Raser ins Netz gegangen, die die Stadtautobahn mit einer Rennstrecke verwechselt haben.
Die Kontrolle fand bereits am 2. August auf der A113 zwischen Grenzallee und Stadtgrenze statt, wie die Behörde am Dienstag bei Facebook mitteilte. Dieser Streckenabschnitt wird demnach "immer wieder zur Rennstrecke umfunktioniert", hieß es.
Auch dieses Mal musste die Streife der Autobahnpolizei, die noch nicht einmal mit einem Zivilfahrzeug unterwegs war, nicht lange warten. Innerhalb von gut zweieinhalb Stunden hat sie drei Temposünder aus dem Verkehr gezogen.
Den traurigen Geschwindigkeitsrekord legte dabei gegen 18.40 Uhr ein Suzuki-Fahrer hin, der auf seiner Maschine mit mehr als 190 km/h über die Straße gebrettert ist - bei erlaubten 80 Kilometern pro Stunde.
Nach Polizeiangaben überholte der Biker andere Verkehrsteilnehmer immer wieder rechts und links und nahm sogar in Kauf, dass ihm ausgewichen werden musste, um einen Zusammenstoß zu verhindern. Als Erklärung habe er gegenüber den Beamten angegeben, zu spät losgefahren zu sein und es eilig zu haben.
In Zukunft muss er wohl noch früher losfahren, denn Pappe und Motorrad ist er erst einmal los und die öffentlichen Verkehrsmittel dürften im Berliner Verkehr wohl noch ein wenig mehr Zeit benötigen.
Keine Strafe? Von wegen!
Auch ein Autofahrer fiel den Einsatzkräften unangenehm auf. Ein Mercedes donnerte mit 140 km/h über den Asphalt, überholte dabei immer wieder auch rechts und drängelte, um noch schneller voranzukommen.
Gegen 21 Uhr machte die Autobahnpolizei dem Spuk ein Ende und kassierte die Sport-Limousine ein. Auch in diesem Fall mussten sich die Polizeikräfte eine fadenscheinige Ausflucht anhören: "Er stand vorher im Stau und wollte die Zeit wieder aufholen", soll ihnen mitgeteilt worden sein. Die Folge: Der Mercedes wurde abgeschleppt und der Lappen wurde eingezogen.
Die dreisteste Ausrede hatte allerdings ein weiterer Suzuki-Fahrer parat. Er behauptete laut Polizei allen Ernstes, dass ihn doch eh keine Strafe ereilen würde. Falsch gedacht, denn sein Bike wurde beschlagnahmt und den Führerschein ist er vorerst auch los.
Der Motorradfahrer war gegen 20 Uhr mit "deutlich überhöhter Geschwindigkeit" unterwegs und habe alle drei Spuren genutzt, um schneller voranzukommen, dabei auch rechts überholt und gedrängelt. Zudem stellten die Beamten bei der Überprüfung der Maschine fest, dass der dB-Eater fehlte, der eigentlich die Lautstärke reduzieren soll, und dass das Gefährt aufgrund eines bereits erteilten Fahrverbots gar nicht auf der Straße hätte sein dürfen.
Die Autobahnpolizei fertigte gegen alle drei Verkehrsrowdys Strafanzeigen wegen des Verdachts des verbotenen Kraftfahrzeugrennens.