Der Berlin-Sound bekommt ein Update: Neue Türsignale für die S-Bahn
Berlin - Wer mit der neuen Berliner S-Bahn-Generation 483/484 unterwegs ist, hört es sofort: Die Türen klingen anders.
Hinter den Signaltönen steckt moderne Sicherheitstechnik, die nach EU-Richtlinien vor allem sehbehinderten Menschen das Ein- und Aussteigen erleichtern soll.
Jede Tür gibt nun ein eigenes akustisches Signal ab – zusammen mit LEDs, die Öffnen und Schließen anzeigen. So finden Fahrgäste die Tür zuverlässiger und niemand gerät versehentlich in die Lichtschranke.
"Die neuen Töne sind super hilfreich", sagt Stan, Fahrgast und Mitglied des S-Bahn-Kundenbeirats. Wegen seiner Sehbehinderung ist er auf akustische Orientierung angewiesen.
Der alte, ikonische Dreiklang sei Kult, aber nicht immer zuverlässig gewesen: "Wenn Lautsprecher ausfallen, hört man gar nichts. Bei den neuen Signalen piept jede einzelne Tür – das ist viel sicherer."
Vom DDR-Sound zum EDM-Hit
Ganz ohne Nostalgie kommt die S-Bahn aber nicht aus: Die neuen Töne erinnern bewusst an den Klassiker, nur eine Oktave höher. Und ältere Baureihen behalten den legendären "Da-Dü-Da"-Sound, der längst Teil der Berliner Geräuschkulisse ist.
Erfunden wurde der Dreiklang, der genaugenommen ein Zweiklang ist, übrigens schon Ende der 1970er-Jahre im Reichsbahnausbesserungswerk Schöneweide – von Ingenieur Gerhard Iben und seinem Team. Seit 1986 prägt er das S-Bahn-Erlebnis, später sogar in der Popkultur: DJ Paul Kalkbrenner baute den Sound 2008 in seinen Track "Train" ein.
Mit den neuen Signalen setzt die S-Bahn auf mehr Sicherheit, Barrierefreiheit und Orientierung – ein kleines Piepen, das für viele Menschen einen großen Unterschied macht.
Wer gar nicht genug vom "Da-Dü-Da" bekommt, kann sich den Ton hier als MP3 herunterladen.
Titelfoto: Konsortium Siemens Mobility und Stadler/S-Bahn Berlin

