Von Andreas Rabenstein
Berlin - In knapp vier Jahren wurden 16.120 Straftaten gegen Menschen mit ukrainischer Nationalität registriert. Die häufigsten Delikte waren Körperverletzung, Diebstahl, Bedrohung und Nötigung. Das geht aus Angaben der Polizei und Senatsverwaltung hervor.
In weniger als der Hälfte der Fälle wurden die mutmaßlichen Täter ermittelt.
Die Zahl der Taten stieg von 2022 bis 2025 deutlich an, parallel wuchs die ukrainische Community in Berlin auf rund 70.000 Menschen. Besonders betroffen sind die Bezirke Mitte und Charlottenburg-Wilmersdorf, am wenigsten Treptow-Köpenick und Steglitz-Zehlendorf.
Rund 4200 Fälle entfielen auf Körperverletzungen - ein Anteil weit über dem Durchschnitt der Kriminalstatistik. Knapp 3000 Taten waren Diebstähle, hinzu kamen Beleidigung, Betrug, Raub, Sexualdelikte und Sachbeschädigung.
Als politisch motivierte Delikte erfasste die Polizei nur 37 Fälle, darunter Beleidigungen und Volksverhetzung.
Der Grünen-Abgeordnete Vasili Franco (33) warnte: "Die auffällig hohe Zahl an Körperverletzungen gegen ukrainische Staatsangehörige ist alarmierend. Viele politisch motivierte Taten werden nicht erkannt oder gar nicht angezeigt." Franco fordert, dass Solidarität mit der Ukraine konkret umgesetzt wird.