Von Matthias Arnold
Berlin - Der Berliner SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach (46) lehnt die nächtliche Schließung des Görlitzer Parks in Kreuzberg ab. Eine solche werde es mit ihm nicht geben, sagte er dem "Tagesspiegel".
"Der Zaun um den Görlitzer Park verlagert das Problem nur. Ich will es ernsthaft lösen, und das schafft man nicht mit Symbolpolitik." Der Park gilt als zentraler Anlaufpunkt für Drogenhändler und -konsumenten. Der Handel findet auch in den umliegenden Kiezen statt.
Um das Problem einzuschränken, hat die CDU-geführte Landesregierung an den Eingängen des Parks verschließbare Tore aufgestellt und wollte den "Görli" nachts eigentlich schließen.
Das Berliner Verwaltungsgericht hat diese Maßnahme in einem Eilverfahren Anfang Juni aber gekippt. Seither bleibt der Park nachts wieder offen.
Um den an vielen Berliner Orten öffentlich präsenten Drogenhandel und -konsum anzugehen, will Krach auf dem sogenannten Züricher Modell aufbauen. In der Schweizer Stadt wird der Drogenkonsum und der sogenannte Mikrohandel - also der kleinteilige Verkauf von Rauschmitteln an Endkonsumenten - an bestimmten Orten toleriert.
Dieses Modell wolle Krach zu einem "Berliner Modell" weiterentwickeln, betonte er. "Dazu gehören Maßnahmen, mit denen wir suchtkranke Menschen von der Straße holen und die Kieze entlasten, aber auch ein massiver Ausbau von Präventionsarbeit."