Kampf gegen Radikalisierung: Kai Wegner will Islamunterricht an Schulen
Von Andreas Heimann
Berlin - Der regierende Bürgermeister Kai Wegner (53, CDU) hält Islamunterricht an Berliner Schulen für sinnvoll. Sein Ziel: Radikalisierung möglichst früh verhindern.
"Es gibt immer wieder Jugendliche, die durch radikal religiöse Kontakte in sogenannten Hinterhofmoscheen radikalisiert werden", sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.
"Religionsunterricht an staatlichen Schulen könnte einen großen Teil dazu beitragen, Jugendliche vor solchen Beeinflussungen zu schützen. Dazu gehört, dass auch der Islamunterricht an Schulen stattfindet, der dadurch staatlicher Kontrolle unterliegen würde", so Wegner.
"Auf diese Weise könnten wir Radikalisierungstendenzen entgegenwirken, die es in einigen wenigen, nicht in allen Moscheen in Berlin gibt", erklärt er weiter. "Gleichzeitig müssen wir den Druck und die Kontrolle auf radikale Moscheen erhöhen, mit dem Ziel sie zu verbieten."
CDU und SPD hatten 2023 in ihrem Koalitionsvertrag die Einführung eines Wahlpflichtfachs Weltanschauungen/Religionen vereinbart, aber nicht umgesetzt. Die Teilnahme am Religionsunterricht in Berlin ist freiwillig.
Am Samstagabend war bei einem islamistisch motivierten Terroranschlag eine Frau getötet worden, 31 weitere Menschen wurden teils schwer verletzt. Der 21 Jahre alte Attentäter war zunächst geflüchtet und wurde am Sonntag bei einem Einsatz in Berlin-Spandau von der Polizei erschossen.
Titelfoto: Soeren Stache/dpa
