Von Marion van der Kraats
Berlin - Zwei Wochen nach dem islamistischen Anschlag am Rand des Christopher Street Day (CSD) in Berlin erinnern weiterhin Menschen vor Ort an die Opfer. An dem neuen Gedenkort in der Nähe der Anschlagsstelle hinterließen sie erste Blumen und Botschaften.
An dem frisch gepflanzten französischen Ahorn-Baum steckte jemand einen Zettel mit der Aufschrift "love you all!" fest.
Der neue Ahornbaum wird durch ein schützendes Metallgitter umfasst, an dem Menschen Karten, Fotos, Blumen und persönliche Botschaften anbringen können, ohne ihn zu beschädigen.
Neben dem Baum ließ das Bezirksamt Mitte eine Bank in Regenbogenfarben aufstellen. Sie soll zum Innehalten und zur stillen Anteilnahme einladen und Solidarität mit der queeren Community zum Ausdruck bringen.
Bei dem Terroranschlag am 25. Juli war der islamistische Attentäter mit einem Van im Großen Tiergarten nahe dem Brandenburger Tor in eine Menschengruppe gefahren und mit dem Fahrzeug anschließend gegen den Baum geprallt.
Danach griff der 21-Jährige - vermutlich mit einer Machete - weitere Menschen an, bevor er floh. Eine Frau wurde getötet, mindestens 31 Menschen zum Teil schwer verletzt. Einen Tag später erschossen Polizisten den Attentäter in Berlin-Spandau bei dem Versuch, ihn festzunehmen.
Höhere Sicherheitsvorkehrungen bei anderen Veranstaltungen
Die Tat wirkt sich auf Sicherheitsvorkehrungen bei weiteren Veranstaltungen aus. Im Vorfeld des queeren Parkfestes in Friedrichshain gab es nach Veranstalterangaben mehr Absprachen mit der Polizei.
Es werde etwas mehr Sicherheitspersonal eingesetzt, sagte Organisator Christian Meyerdierks, Kreisvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt Spree-Wuhle. Die Einlasskontrollen fallen möglicherweise heute etwas intensiver aus, wie Meyerdierks sagte. Die Polizei wolle stärker als sonst präsent sein.
Eine Absage des Fests habe für ihn und sein Team nie zur Debatte gestanden. Aber natürlich wirke der CSD-Anschlag nach.
Die queere Community sei generell gefährdet, zudem habe die Bedrohung durch Islamisten zugenommen. Es herrsche eine Stimmung aus Wut, Trauer und Empörung. "Aber auch ein 'Jetzt erst recht'", so Meyerdierks.