Anschlag auf CSD in Berlin: DNA-Spuren von Abdul B. im Tatwagen gefunden

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Berlin - Tödlicher Anschlag beim Christopher Street Day (CSD) in Berlin! Am Samstagabend ist ein Mann mit einem Transporter in eine Menschenmenge gefahren und hat dabei eine 65-jährige Polin getötet sowie mehrere Menschen verletzt. Am Sonntag wurde der mutmaßliche Täter bei einem Polizeieinsatz erschossen.

Mit diesem Wagen war der Täter in die Menschenmenge gerast.
Mit diesem Wagen war der Täter in die Menschenmenge gerast.  © Sebastian Gollnow/dpa

Der CSD war nach der Schocktat am Samstagabend abgebrochen worden.

Die Polizei identifizierte rasch Abdul B. als Tatverdächtigen und fahndete öffentlich nach dem 21-Jährigen, der dem islamistischen Spektrum zugeordnet wird.

Am Sonntagabend erfolgte der Zugriff in einer Berliner Gartenparzelle. Dort sollen Schüsse gefallen sein, wodurch der Verdächtige sein Leben verlor.

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TAG24 hält Euch in einem Ticker über die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden.

29. Juli, 11.16 Uhr: Berliner Justizspitzen weisen Kritik im Fall Abdul B. erneut zurück

Kammergerichtspräsidentin Andrea Diekmann und Generalstaatsanwältin Margarete Koppers kritisieren pauschale Vorwürfe gegen die Berliner Justiz.

Das Urteil sei nach geltendem Recht ergangen. Vorschnelle Schuldzuweisungen gefährdeten die Unabhängigkeit der Justiz.

29. Juli, 10.36 Uhr: Abdul B. fiel schon als Schüler auf - war aggressiv

Einem Medienbericht zufolge ist Abdul B. schon als junger Schüler mit aggressivem Verhalten aufgefallen.

Wie die "Berliner Morgenpost" schreibt, wurden bereits ab der ersten Klasse Vermerke wegen seines Verhaltens erstellt. Die Eltern hätten nicht mit den Lehrern kooperiert. Die Grundschule wechselte er demnach zweimal, danach besuchte er eine weiterführende Schule in einem Förderzentrum.

Abdul B. hatte dem Bericht zufolge Schwierigkeiten auch im emotionalen und sozialen Bereich und Anspruch auf sonderpädagogische Förderung. Er habe sich in der Folge zu einem Schulverweigerer entwickelt. Die Schule verließ er ohne Abschluss.

29. Juli, 10.24 Uhr: DNA-Spuren von Abdul B. im Tatwagen gefunden

Ermittler haben DNA-Spuren vom Täter in dem Tatwagen festgestellt. Es sei die DNA von Abdul B., sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft.

Es seien keine weiteren DNA-Spuren in dem Fahrzeug entdeckt worden. Somit sei klar, dass B. den Wagen höchstwahrscheinlich gesteuert habe. Zunächst hatte der rbb berichtet.

In dem Tatwagen sind ausschließlich DNA-Spuren von Abdul B. gefunden worden.
In dem Tatwagen sind ausschließlich DNA-Spuren von Abdul B. gefunden worden.  © Sebastian Gollnow/dpa

28. Juli, 20 Uhr: Bekennervideo entdeckt

Nach dem Terroranschlag am Rande des Christopher Street Days (CSD) in Berlin hat die Polizei auf dem Handy des Attentäters Abdul B. ein Bekennervideo gefunden.

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe bestätigte einen Bericht der "Bild"-Zeitung. In dem Video sei zu sehen, wie "eine vermummte Person, vermutlich eben der Tatverdächtige" einen Treueschwur auf die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) leiste, sagte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft, Ines Peterson, im ZDF. Laut "Spiegel" spricht der Mann in dem Video auf Arabisch.

Auch Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) bestätigte am Rande der Sommerklausur der CSU-Landesgruppe im fränkischen Kloster Banz das Auffinden des Videos und weiteren Datenmaterials.

28. Juli, 16.30 Uhr: Cousins von Abdul B. sollen IS-Mitglieder sein

Zwei Cousins des CSD-Attentäters Abdul B. waren Mitglieder der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS). Das berichtete die "Zeit" unter Berufung auf Ermittlungsunterlagen aus dem Libanon.

Demnach sollen die libanesischen Behörden Informationen mit deutschen Sicherheitsstellen ausgetauscht haben, wonach Abdul B. bereits Kontakte zu mutmaßlichen IS-Kadern hatte und Unterstützung für eine Reise nach Syrien suchte. Dabei habe er sich auf seine Cousins berufen.

Ermittlungen zufolge handelt es sich bei den Cousins um die Söhne einer Tante väterlicherseits. Diese ist mit dem bekannten Dschihadisten Omar Bakri Muhammad verheiratet, der über Jahre hinweg in Europa junge Islamisten radikalisierte und bis 2023 im Libanon inhaftiert war. Zwei seiner Söhne schlossen sich dem IS an. Einer der beiden wurde im Irak getötet, der andere soll in Syrien ums Leben gekommen oder festgenommen worden sein.

Abdul B. war bereits im Juli 2025 im Libanon wegen Terrorverdachts festgenommen worden. Unklar ist bislang, ob persönlicher Kontakt zwischen Abdul B. und den beiden IS-Kämpfern bestand.

Menschen stehen an Beileidsbekundungen Blumen, Flaggen und Kerzen, die vor dem Brandenburger Tor abgelegt wurden.
Menschen stehen an Beileidsbekundungen Blumen, Flaggen und Kerzen, die vor dem Brandenburger Tor abgelegt wurden.  © Sebastian Gollnow/dpa

28. Juli, 15.37 Uhr: Berliner Justiz wehrt sich gegen Vorwürfe im Fall Abdul B.

Nach Kritik an der Aufhebung der Untersuchungshaft beim späteren CSD-Attentäter Abdul B. weist die Berliner Justiz Vorwürfe zurück. Für die Gefahrenabwehr seien Polizei und Staatsanwaltschaft zuständig, nicht die Strafgerichte, teilte eine Gerichtssprecherin mit.

Ermittlungsrichter hätten dem LKA Überwachungsmaßnahmen wie Telefonabhörungen und Observationen genehmigt. "Natürlich wurde im Rahmen dessen auch die Gefährlichkeit des Angeklagten erörtert", sagte die Sprecherin laut dpa. Ein Strafgericht könne jedoch nur über die angeklagten Taten urteilen. Zudem sei Untersuchungshaft keine Präventivhaft.

28. Juli, 14.47 Uhr: Dobrindt fordert Fußfessel für islamistische Gefährder

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) fordert eine obligatorische elektronische Fußfessel für islamistische Gefährder. "Es muss darauf reagiert werden, dass ein Gefährder auf Bewährung rauskommt", sagte er.

Sie müsse auch präventiv angeordnet werden können. Derzeit seien die rechtlichen Möglichkeiten in den Bundesländern sehr unterschiedlich. Sein Ziel seien bundesweit einheitliche Regelungen. Absolute Sicherheit gebe es zwar nicht, das Risiko weiterer Taten könne damit aber verringert werden.

28. Juli, 13.46 Uhr: Laut Wegner offiziell 31 Verletzte

Die offizielle Zahl der Verletzten hat sich weiter erhöht: Der Regierende Bürgermeister Kai Wagner (53, CDU) spricht nun von 31 Verletzten. Eine Frau war bei dem Angriff gestorben.

Bisher hatten die Behörden stets von 29 Verletzten gesprochen, darunter mehrere Schwerverletzte. Weitere Details nannte Wegner zunächst nicht.

28. Juli, 12.28 Uhr: Polizei findet IS-Bekennervideo auf Handy des Attentäters

Ermittler haben Abdul Ballouts Mobiltelefon sichergestellt. Das will Bild aus Sicherheitskreisen erfahren haben. Das Handy habe im gemieteten Transporter gelegen, den der Täter bei dem Anschlag benutzt haben soll.

Auf dem Gerät fanden die Ermittler demnach ein Video, das am Tattag aufgenommen worden sein soll. Darin soll sich Ballout zur Terrororganisation "Islamischer Staat" bekannt haben. Eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft bestätigte einen entsprechenden Bericht. Weshalb das Mobiltelefon im Fahrzeug zurückblieb, ist bislang unklar. Möglicherweise verlor der Täter es beim Aufprall des Transporters.

Im Tatfahrzeug sollen die Beamten zudem eine Machetenscheide entdeckt haben. Von der dazugehörigen Klinge fehle weiterhin jede Spur. Die Ermittler halten es dem Bericht zufolge für möglich, dass der Attentäter die Machete während seiner Flucht entsorgt hat.

28. Juli, 11 Uhr: Polen ermittelt nach Tod von Mutter bei CSD-Anschlag

Die Staatsanwaltschaft in Warschau hat nach dem Tod einer Mutter aus Polen Ermittlungen wegen eines Terroranschlags eingeleitet. Das teilte die Behörde auf der Plattform X mit.

Nach Angaben von Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner (CDU) war die Getötete gemeinsam mit ihrer erwachsenen Tochter in Berlin unterwegs.

Die Tochter wird den Angaben des polnischen Außenministeriums zufolge in einem Krankenhaus behandelt, schwebt jedoch nicht in Lebensgefahr. Sie sei inzwischen über den Tod ihrer Mutter informiert worden, hieß es am Montag aus Warschau.

28. Juli, 9.18 Uhr: Ballout soll sich im Gefängnis als Vorbeter inszeniert haben

Abdul Ballout soll bereits während seiner Untersuchungshaft versucht haben, Mitgefangene religiös zu beeinflussen. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung, die sich auf interne Justizunterlagen beruft, betete der damals 21-Jährige regelmäßig, forderte andere Häftlinge zum Gebet auf und suchte gezielt den Kontakt zu Gleichgesinnten.

In einer Gefährdungsbewertung heißt es dem Bericht zufolge, Ballout habe versucht, "die Rolle eines Vorbeters und Missionars einzunehmen". Die Gefängnisleitung ließ ihn deshalb offenbar bereits im Dezember von anderen Inhaftierten trennen.

Ab Januar 2026 sei Ballouts Erscheinungsbild als "stark salafistisch geprägt" bewertet worden. Die Untersuchungshaft habe demnach „keine erkennbare Abkehr von der extremistischen Haltung bewirkt“. Seit Februar soll er dennoch wieder Kontakt zu Mitgefangenen gehabt haben.

Auch nach seiner Entlassung soll Ballout die Verbindung zu früheren Mithäftlingen aufrechterhalten und sich ihnen gegenüber als „Mentor beziehungsweise religiöser Führer“ dargestellt haben. Am 19. Juni habe er vor der Jugendstrafanstalt in Berlin mit Insassen telefoniert und gemeinsam mit ihnen gebetet, berichtet die "Bild".

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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