Warnstreik an Vivantes-Kliniken geht los: Beschäftigte legen Arbeit nieder
Von Mia Bucher, Sarah Knorr, Andreas Heimann
Berlin - An Vivantes-Kliniken sind Beschäftigte seit den frühen Morgenstunden in einen Warnstreik getreten.
Die Gewerkschaft Verdi rief Angestellte aus Gastronomie, Logistik, Reinigung und anderen Bereichen der Vivantes-Tochterunternehmen auf, ihre Arbeit ruhen zu lassen. Ärzte und Pflegefachkräfte zählen nicht dazu. Der Warnstreik habe um 5 Uhr begonnen, sagte ein Verdi-Sprecher. Der Aufruf gilt bis zum Ende der Nachtschicht am Morgen des 28. Februar.
Patienten müssen damit rechnen, dass planbare Operationen zum Teil verschoben werden, sagte ein Vivantes-Sprecher. Einige der streikenden Beschäftigten sind unter anderem für die Reinigung von Operations-Instrumenten zuständig.
Für Donnerstag ist laut Verdi eine zentrale Kundgebung vor dem Abgeordnetenhaus geplant, wenn das Landesparlament zu seiner nächsten Sitzung zusammenkommt. Auf eine Notdienstvereinbarung konnten sich Vivantes und Verdi bislang nicht verständigen.
Bei den Vivantes-Tochterunternehmen arbeiten rund 2.200 Beschäftigte. Verdi fordert für sie einen Tarifvertrag, bei dem die Regelungen des Tarifvertrags für Beschäftigte des öffentlichen Diensts in Krankenhäusern (TVÖD-K) eins zu eins auf die Vivantes-Beschäftigten übertragen werden.
Streit um den Tarifvertrag für Tochterunternehmen
Aktuell verdienen die Beschäftigten der Vivantes-Tochterunternehmen laut Vivantes zwischen 91 und 96 Prozent des Tabellenentgeltes des TVÖD-K. Das Unternehmen hat angeboten, die Tabellenentgelte stufenweise in vier Jahren auf 100 Prozent des TVÖD-Niveaus anzuheben. Doch der Gewerkschaft ist das zu spät. Außerdem gibt es unter anderem Streit über die Regelungen zur betrieblichen Altersversorgung und zu Jahressonderzuschlägen.
Die Verhandlungen laufen seit Januar. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 6. März vorgesehen.
Titelfoto: Katharina Kausche/dpa
