Weltberühmte Comedian Harmonists werden zum Stolperstein in Berlin

Berlin - Güldene Ehre: Am kommenden Donnerstag werden für drei Mitglieder des berühmten Berliner Vokalensembles Comedian Harmonists die markanten goldenen Stolpersteine in der Hauptstadt verlegt.

Die drei jüdischen Mitglieder der Comedian Harmonists werden in Berlin mit Stolpersteinen wir diesem geehrt. (Symbolfoto)
Die drei jüdischen Mitglieder der Comedian Harmonists werden in Berlin mit Stolpersteinen wir diesem geehrt. (Symbolfoto)  © Paul Zinken/dpa

Die besonderen Pflastersteine sollen vor den jeweiligen Häusern ihrer letzten Wohnungen im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf eingelassen werden, wie das zuständige Bezirksamt am Montag mitteilte.

Diese Ehrung wird dabei den drei jüdischen Mitgliedern, den Tenören Harry Frommermann (†69) und Erich A. Collin (†61) sowie Bariton Roman Cycowski (97) und ihren Frauen zuteil.

Nach der Machtergreifung durch die NSDAP und der sogenannten kulturellen "Gleichschaltung" wurde den jüdischen Sängern in Deutschland ein Berufsverbot erteilt und sie mussten schließlich 1935 fliehen und ihre Karriere im Ausland fortsetzen.

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Die Gedenk-Pflastersteine werden vor den Häusern in der Paulsborner Straße 20, Xantener Straße 14 und Landhausstraße 42 gelegt.

Comedian Harmonists zur Jahreswende 1927/28 in Berlin-Friedenau gegründet

Im gleichnamigen Film von 1997 wurden die Comedian Harmonists von Max Tidof (63, v.l.n.r.), Heinrich Schafmeister (66), Ulrich Noethen (63), Heino Ferch (60) und Ben Becker (58) dargestellt.
Im gleichnamigen Film von 1997 wurden die Comedian Harmonists von Max Tidof (63, v.l.n.r.), Heinrich Schafmeister (66), Ulrich Noethen (63), Heino Ferch (60) und Ben Becker (58) dargestellt.  © Wolfgang Kumm/dpa

Gegründet wurden die Comedian Harmonists zur Jahreswende 1927/28 auf Initiative von Frommermann in dessen Mansardenwohnung in Berlin-Friedenau in der Stubenrauchstraße 47, an der eine Gedenktafel an die Musikgruppe erinnert. Hier wurde zunächst auch geprobt.

Ihre erfolgreichste Zeit erlebten die Harmonists ab 1930 mit Titeln wie "Schöner Gigolo","Veronika der Lenz ist da", "Ein Freund, ein guter Freund" oder auch "Mein kleiner grüner Kaktus", bevor es fünf Jahre später zu der erzwungenen Trennung kam.

Anschließend traten die in Deutschland verbliebenen Sänger Ari Leschnikoff (81) und Robert Biberti (83) mit neuer Besetzung als Meistersextett auf, während die emigrierten Mitglieder mit neuen Mitstreitern als Comedy Harmonists weiter musizierten – jeweils bis 1941.

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Einem jüngeren Publikum wurden die Comedian Harmonists durch den gleichnamigen Film von Regisseur Joseph Vilsmaier (†81) bekannt. In dem Streifen aus dem Jahr 1997 verkörperten Ben Becker (58, Biberti), Heino Ferch (60, Cycowski), Ulrich Noethen (63, Frommermann), Heinrich Schafmeister (66, Collin) und Max Tidof (63, Leschnikoff) die fünf Sänger.

Titelfoto: Wolfgang Kumm/dpa, Paul Zinken/dpa (Bildmontage)

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