Mein Horrorflug mit Norse: Warum ich nie wieder den Billigflieger nehme
Berlin - Etwas über fünf Wochen war ich im Winter 2025 unterwegs. Erst Mexiko, dann Peru. Achtmal ging es in dieser Zeit mit Hin- und Rückflug sowie Umsteigen in den Flieger (sorry, Klimabilanz). Selbst das Verschieben eines Fluges in gebrochenem Spanisch, weil die App immer streikte, war in Lima kein Problem. Beim letzten Flug jedoch wartete eine böse Überraschung auf mich. Das aber passiert mir nie wieder! Zumindest nicht mit Norse. Ein Erfahrungsbericht.
Für den Rückflug entschied ich mich nämlich für einen Gabelflug. Von Lima nach Miami, von Miami dann direkt nach Berlin. Durchgeführt von Norse Atlantic Airways, einer recht neuen Billigairline aus Norwegen (gegründet 2021), die mit unschlagbaren Preisen lockte. Teilweise bot sie Direktflüge ab etwa 250 Euro an - von den USA oder Berlin aus.
Doch schon am Flughafen in Miami wartete die erste böse Überraschung: Das Flugzeug war noch immer am BER. Der Grund: Angeblich "maschinelle Probleme".
Das konnte mir zumindest der Mitarbeiter am Schalter sagen. Mehr aber auch nicht. Für Rückfragen blieb für mich und andere Reisende nur eine E-Mail-Adresse, per Hand aufgeschrieben auf einem Zettel. Einen Ansprechpartner vor Ort gab es nicht. Nicht mal eine Telefonnummer.
Ein Hotel wurde wenig überraschend nicht organisiert, das mussten wir Reisende selbst tun. Es waren ganz andere Preise als noch in Südamerika, aber hey, ist ja okay, die 220 Dollar für eine Nacht werden dann ja am Ende erstattet (Spoiler-Alert: wurden sie bis heute nicht). So wurde es zumindest versprochen.
Ungewollter Aufenthalt in Miami und keine Antwort von der Fluggesellschaft
Macht nichts, es gibt ja schließlich Schlimmeres, als in Miami einen ungewollten Tag zu verbringen, doch der nächste Ärger sollte nicht länger auf sich warten. Bis spätestens um 9 Uhr morgens sollten alle per E-Mail benachrichtigt werden, wie es nun weitergeht. Sollten!
Als ich um halb zehn immer noch nichts gehört hatte, hakte ich per E-Mail nach (es gab ja nur diese eine E-Mail-Adresse), um dann die Antwort zu bekommen, dass die Informationen verschickt wurden. Nur konnte ich davon nichts finden. Weder in der kurzen Antwort noch im Anhang.
Vielleicht war es dann auch meine genervte, pampige Antwort, wie sehr mich das für die anderen freut, nur ich immer noch nicht wüsste, wann und ob wir denn fliegen könne, warum ich danach - trotz Zu-Kreuze-Kriechen und drei weiterer E-Mails - eiskalt ignoriert wurde.
So blieb mir nichts anderes übrig, als über die Flughafen-Website regelmäßig zu checken, wann denn der Flieger geht.
Zurück in Berlin erwartete mich dann immerhin eine SMS von Norse. Ein 30-Euro-Gutschein, um Verpflegung an Bord zu haben - allerdings nach dem Neun-Stunden-Flug. Als ob ich beim nächsten Interkontinentalflug den Billigflieger, geschweige denn Norse nehme. Nie wieder! Auch wenn sie überhaupt noch vom BER aus starten würden. Das ist seit September nicht mehr der Fall.
Norse Atlantic Airways ignoriert Erstattung der Hotelkosten
Es bleibt aber der Ärger, denn auch nach der Rückkehr bleibt die Fluggesellschaft Weltmeister im Ignorieren. Auf die Erstattung der Hotelkosten warte ich bis heute. Und um die 600-Euro-Entschädigung kümmern sich mittlerweile auch schon seit knapp einem Jahr die Anwälte von Flightrights.
Nur die 220 Dollar sehe ich vermutlich nie wieder. Meine E-Mails wurden zumindest bislang nicht beantwortet. Wenig überraschend. Auch eine TAG24-Anfrage blieb - wer hätte es gedacht - bislang unbeantwortet!
Titelfoto: Patrick Pleul/dpa, TAG24

