Meta sperrt Accounts von Berliner Fetisch-Clubs: Szene spricht von Zensur

Berlin - Der US-Konzern Meta hat die Instagram-Accounts zweier bekannter sexpositiver Berliner Clubs abgeschaltet - und sorgt damit für Ärger in der Szene.

Der KitKatClub ist eine feste Größe im Berliner Nachtleben und auch international für seine wilden und freizügigen Partys bekannt. (Archivfoto)
Der KitKatClub ist eine feste Größe im Berliner Nachtleben und auch international für seine wilden und freizügigen Partys bekannt. (Archivfoto)  © Paul Zinken/dpa

Betroffen sind der KitKatClub und der Insomnia. Wie rbb24 berichtet, erfolgte die Sperrung teils ohne Vorwarnung.

Beim KitKat Club traf es einen verifizierten Account mit rund 220.000 Followern. Dieser sei "ohne Begründung vom Netz genommen" worden, so ein Sprecher. Auch beim Insomnia wurden gleich zwei Profile mit insgesamt über 35.000 Abonnenten gelöscht. Clubchefin Dominique spricht von "knallharter amerikanischer Zensur".

Besonders bitter: Beide Clubs betonen, sich strikt an die Richtlinien gehalten zu haben. Nacktheit oder explizite Inhalte seien nicht gezeigt worden - lediglich Partygäste in knappen Outfits.

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Für das Insomnia hat die Sperre auch wirtschaftliche Folgen. Ticketverkauf und Werbung liefen größtenteils über Instagram.

Der Verlust der Reichweite sei ein "harter Schlag", auch wenn eine Existenzbedrohung aktuell ausgeschlossen wird.

Sperrung könnte Zufall gewesen sein

Gegen Sperrungen durch Meta können Betroffene unter Umständen auch nach deutschem Recht vorgehen.
Gegen Sperrungen durch Meta können Betroffene unter Umständen auch nach deutschem Recht vorgehen.  © Jens Büttner/dpa

Laut Szene sind weitere Accounts betroffen, etwa Partyreihen aus dem Umfeld der Clubs. Die Betreiber vermuten ein größeres Problem.

Der KitKatClub legte Beschwerde ein - mit Erfolg: Das Profil ist inzwischen wieder online. Einen Grund für die Sperrung habe Meta jedoch nicht genannt. Das Insomnia wartet weiterhin auf eine Lösung.

Ein Medienanwalt bezeichnet auf Anfrage von RBB solche Maßnahmen als kritisch: Plattformen könnten Inhalte auch dann löschen, wenn sie nach deutschem Recht erlaubt wären. Ohne klare Begründung wirke das schnell willkürlich.

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Für viele Clubs bleibt Instagram dennoch unverzichtbar - als wichtiges Werkzeug, um Gäste zu erreichen. Ein Wechsel auf andere Plattformen ist laut Betroffenen kaum eine echte Alternative.

Titelfoto: Paul Zinken/dpa

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