Nach Brandanschlag auf Berliner Stromnetz: Bekennerschreiben aufgetaucht
Von Marion van der Kraats
Berlin - Nach einem Brandanschlag in Berlin-Marzahn vor zehn Tagen ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht.
Das Schreiben einer bislang unbekannten Gruppe liegt der Berliner Staatsanwaltschaft vor, wie ein Behördensprecher auf Anfrage sagte. Es werde bei den laufenden Ermittlungen zu dem Brand am 5. Oktober unter einer Brücke an der Boxberger Straße berücksichtigt. Zuvor hatten rbb und "Tagesspiegel" berichtet.
In dem Schreiben bekennt sich eine Gruppe mit dem Namen "Kinder des Zorns" zu dem Anschlag und erklärt, gezielt die Stromversorgung mehrerer Technologieunternehmen unterbrochen zu haben. Einige der Unternehmen stellten sogenannte Dual-Use-Produkte her, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden könnten, heißt es weiter.
Bei dem Brandanschlag am frühen Morgen waren Stromkabel unter der Brücke beschädigt worden. Nach Polizeiangaben hatten die Täter Altreifen und Gerümpel unter die Stromkabel gelegt und angezündet.
19 Firmen und Gewerbebetriebe mussten vorübergehend mit Notstrom versorgt werden. Der für politisch motivierte Taten von Extremisten zuständige Staatsschutz des Landeskriminalamtes (LKA) hat die Ermittlungen übernommen.
In der Vergangenheit kam es mehrfach zu Anschlägen auf Stromtrassen in Berlin. Diese führten teils zu großen Stromausfällen und wurden linksextremistischen Tätergruppen zugerechnet. Dabei handelte es sich um professionell durchgeführte Anschläge.
Titelfoto: Marco Porzig/dpa
